Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Luft abgedreht: 1500 Forellen in Teich verendet

Veröffentlicht von Hans-Joachim Wünsche am 12.01.2018.

Rheden - In einem Forellenzuchtbetrieb in Rheden sind gut 1500 Forellen verendet. Der Polizei zufolge war offenbar ein Belüftungsgerät auf einem der Teiche umgekippt worden. Die Tiere starben an Sauerstoffmangel. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich bislang unbekannte Täter an dem Lüfter zu schaffen gemacht hatten. Den Schaden schätzen sie auf rund 5600 Euro.

Das war ein echter Schock für Wolfgang Schulz. Als der Betriebsleiter der Forellenzucht im Kirschweg am Donnerstagmorgen wie jeden Tag die 24 Teiche der Anlage kontrollierte, stockte ihm der Atem. Auf dem Wasser in einem der Zuchtbecken trieben massenhaft tote Forellen.

Belüfter absichtlich umgedreht

Schulz erkannte auch gleich den Grund für das Fischsterben. Das Belüftungsgerät in der Mitte des Beckens war auf den Kopf gestellt worden. Der Förderkorb, der das Wasser ansaugt, hing in der Luft, der Motor war unter Wasser. „Wenn das Gerät über Stunden ausfällt, bekommen die Fische zu wenig lebensnotwendigen Sauerstoff, sie verenden“, sagt Schulz. Die Zuchtbecken werden aus einer Quelle in den Sieben Bergen gespeist.

Der Betriebsleiter informierte sofort seinen Chef Frank Feuerhake. Der Inhaber der Forellenzucht ist derzeit im Urlaub. Dann rief Schulz bei der Polizei an.

Bei ihren Ermittlungen stellten Beamte des Elzer Kommissariats fest, dass der Teichbelüfter in jedem Fall von jemandem absichtlich auf den Kopf gestellt worden sein muss. „Das Gerät ist mit Leinen an den Beckenrändern fixiert, es kann auch bauartbedingt unmöglich von allein umkippen“, sagte am Freitag ein Sprecher der Elzer Polizei.

Zwei Meter hohes Tor

Die Täter hatten es offenbar nicht darauf abgesehen, weitere Zerstörungen anzurichten oder etwas zu stehlen. „Es gibt weder Spuren von Vandalismus noch eines Einbruchs“, so der Polizeisprecher. Die Täter sind wohl über das zwei Meter hohe Tor des eingezäunten Zuchtbetriebs geklettert. Die Ermittler fanden keine Spuren, das Motiv der Täter ist unklar.

Die Tatzeit liegt zwischen 16 Uhr am Mittwochnachmittag und 9.30 Uhr am Donnerstagvormittag. Zu diesen Zeiten hatte der Betriebsleiter seine Arbeit in der Fischzucht beendet beziehungsweise wieder begonnen. Hinweise zur Tat nimmt die Polizeistation Gronau unter 0 51 82 / 90 92 20 oder das Polizeikommissariat Elze unter 0 50 68 / 9 30 30 entgegen.

Die Fischzucht war erst im April 2016 von Dieben heimgesucht worden. Sie hatten damals Fisch- und Fleischprodukte sowie Maschinen im Wert von mehreren tausend Euro gestohlen.