Hildesheimer Allgemeine Zeitung

26-Jährige aus Diekholzen in Thailand ermordet

Veröffentlicht von Jan Fuhrhop am 08.04.2019.

Bangkok/Hildesheim - Tod in Thailand: Die aus Diekholzen stammende 26 Jahre alte Miriam B. ist während eines Aufenthalts in dem südostasiatischen Land Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Der thailändischen Polizei zufolge ist die junge Frau am Sonntag vergewaltigt und ermordet worden, der mutmaßliche Täter sitzt in Haft und soll geständig sein.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, Christina Pannek, bestätigte gegenüber der HAZ, dass die Hildesheimer Polizei am Montagmorgen gegen 7.30 Uhr vom Bundeskriminalamt (BKA) darüber informiert worden sei, dass es sich bei der Toten um „eine Frau aus dem Landkreis Hildesheim“ handelt. Das BKA hat die Nachricht zuvor von der Deutschen Botschaft in Bangkok erhalten.

Nach Informationen der HAZ war Miriam B., die 2011 am Goethegymnasium ihr Abitur gemacht hat, beruflich in Asien unterwegs und verband ihren Aufenthalt mit einem Kurzurlaub. Die 26-Jährige arbeitete seit Mitte 2018 in der Hildesheimer Niederlassung eines international tätigen Autozulieferers, der auch in Thailand einen Standort hat.

Laut thailändischer Polizei wurde Miriam B. während eines Ausflugs auf der Insel Ko Si Chang getötet, etwa 75 Kilometer von Bangkok entfernt. Die 26-Jährige war am Sonntag zu einem Tagesausflug auf die Insel gekommen, die im Golf von Thailand liegt. Ko Si Chang ist aus der Hauptstadt Bangkok und der Touristenmetropole Pattaya recht schnell zu erreichen, die Überfahrt dauert nur etwa eine halbe Stunde.

Nach Angaben der Ermittler mietete sich Miriam B. nach Ankunft mit der Fähre gegen Mittag einen Roller, um die Insel zu erkunden. Dort soll sie laut verschiedenen thailändischen Medienberichten der 24-jährige Täter angesprochen haben.

Mehrere Stunden später fand ein Urlauber dann zufällig ihre Leiche, versteckt unter Blättern und mehreren Steinen.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich nach Angaben des örtlichen Polizeichefs um einen Inselbewohner, der sein Geld mit dem Einsammeln von Müll verdiente. Den Angaben des Ermittlers nach soll der Verdächtige sein Opfer nach der Vergewaltigung getötet haben, um zu verhindern, dass sie ihn anzeigt. Gegenüber Medienvertretern berichteten die thailändischen Ermittler später, die junge Frau habe schwere Kopfverletzungen gehabt, als ihre Leiche gefunden wurde.

Für den mutmaßlichen Mörder von Miriam B. sind nun die thailändischen Ermittlungsbehörden und Gerichte zuständig. Doch auch die Staatsanwaltschaft Hildesheim leitet jetzt ein Ermittlungsverfahren ein – bei Verbrechen, denen im Ausland deutsche Staatsbürger zum Opfer fallen, sei die Behörde dazu verpflichtet, erklärt Christina Pannek. So ist die hiesige Strafverfolgungsbehörde für den Fall vorbereitet, dass ein Täter sich vor der einheimischen Justiz nicht verantworten muss, er es nach deutschem Recht aber müsste. In solchen Fällen könnten die Hildesheimer Ermittler versuchen, den Mann hier anzuklagen.