Hildesheimer Allgemeine Zeitung

27:27 – Handball-Drama ohne Happy End für Eintracht

Veröffentlicht von Thorsten Berner am 18.04.2019.

Hildesheim - Was für ein Drama in der Hildesheimer Volksbank-Arena. 2400 Zuschauer waren zum Topspiel der 3. Liga Nord zwischen den Handballern von Eintracht Hildesheim und Empor Rostock gekommen. Eines war klar: Der Sieger dieses Duells der beiden punktgleichen Gegner würde drei Spieltage vor Saisonende einen Riesenschritt in Richtung Zweitliga-Aufstiegsrunde machen. Aber es gab keinen Sieger. Nach 60 hochdramatischen Minute endete das Spiel 27:27- Unentschieden. Und das feierten die Gäste wie einen Sieg. Denn sie bleiben Tabellenführer, obwohl Eintracht das bessere Torverhältnis hat. Denn wenn beide Mannschaften auch am Saisonende immer noch punktgleich sein sollten, zählt der direkte Vergleich – und der geht mit 3:1 Punkten an Rostock.

Ein Bruch nach 15 Minuten

Eintracht begann schwungvoll, machte Tempo und ging mit 4:2 in Führung. Linksaußen Lothar von Hermanni, Rechtsaußen Rene Gruszka, Spielmacher Lukas Schieb und Rückraumer Maurice Lungela hatten getroffen. Auch nach 15 Minuten war aus Eintracht-Sicht beim Stand von 7:5 noch alles im Lot. Doch dann gab es einen Bruch im Spiel der Gastgeber. Das lag vor allem an den Rostockern Andre Meuser und Leon Mehler. Der baumlange Meuser brach vorn immer wieder durch und traf. Und hinten lief Empor-Torwart Leon Mehler zur Hochform auf. Er hielt stark gegen Lungela und Schieb. Obendrein parierte er einen Siebenmeter von Gruszka. Die Eintracht-Keeper Jakub Lefan und Paul Twarz bekamen dagegen kaum einen Ball zu fassen.

Weil bei Rostock neben Meuser auch Tim Völzke und Rechtsaußen Janos Steidtmann im Abschluss cool blieben, glichen die Gäste nicht nur aus, sondern erspieten sich eine klare Führung. Nach dem 9:15 durch Linksaußen Nick Witte war es merklich ruhig in der Halle. Die Treffer von Schieb und Gruszka zum 11:15-Halbzeitstand ließen die Fans aber auf eine Wende hoffen.

Eintracht bläst zur Aufholjagd

Und tatsächlich: Eintracht blies zur Aufholjagd, kämpfte verbissen in der Deckung und eroberte sich die Bälle. Binnen sieben Minuten brachten Kreisläufer Nikolaos Tzoufras (2), Schieb und Mateo Ehlers (2) ihr Team auf 16:17 heran. Nun tobte die Halle. Das Wechselbad der Gefühle ging weiter. Rostock zog wieder auf vier Tore davon (18:22), aber Eintracht blieb dran – 21:23 (47.). Längst war es ein verbissenes Kampfspiel. Eintracht gab nun Vollgas. Als Lothar von Hermanni und Fynn Wiebe zum 24:23 und 25:23 trafen, schien das Hallendach zu beben. Doch Rostocks Tim Völzke schlug mit zwei Treffern zurück – 26:26 (57.).

Beim Stand von 27:27 hatte Eintracht Ballbesitz und rund 30 Sekunden Zeit zum finalen Schlag. Aber die Mannschaft von Trainer Gerald Oberbeck fand keinen Weg mehr durch das Rostocker Abwehrbollwerk. Auch der letzte Freiwurf verpuffte. Dann war Schluss – und jeder wusste: Dieses Remis ist nicht gut für Eintracht.

Einen weiteren Artikel mit Stimmen, Fotos und einem Video zum Spiel gibt es in Kürze auf HAZ online.