Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Laster schleift Auto hunderte Meter auf A 7 mit

Veröffentlicht von Manuel Lauterborn am 10.07.2018.

Hildesheim - Trümmerteile liegen auf hunderten Metern verteilt, ein Wrack steht auf dem rechten Fahrstreifen – die Szenerie lässt einen schaudern. Ein herumliegender Spanngurt hat am Dienstagmorgen eine Kollision auf der Autobahn 7 verursacht. Ein Auto wurde mehrere hundert Meter von einem Sattelzug mitgeschleift. Der Fahrer übersteht den Unfall leichtverletzt.

Gegen 7.20 Uhr fährt der 57-Jährige aus dem Landkreis Günzburg in Bayern gemeinsam mit seiner gleichaltrigen Frau mit seinem Toyota auf der A 7 in Richtung Norden. Den Spanngurt, der vor ihm auf dem mittleren Fahrstreifen liegt, sieht er nicht. „Wir gehen davon aus, dass ein Lastwagen ihn verloren hat“ sagt Nicodemo Lichte von der Hildesheimer Autobahnpolizei.

Spanngurt wickelt sich um Reifen

Als der Toyota über den Spanngurt fährt, schleudert der Gurt in die Luft. Ein Ende prallt mit einer Metallschnalle in die Windschutzscheibe. Das Glas splittert. Der Bayer hält seinen Wagen zunächst in der Spur. Doch das andere Ende des Gurts wickelt sich um einen Reifen des Toyotas und lässt dem Mann so keine Chance.

Er verliert die Kontrolle über das Fahrzeug, das daraufhin nach rechts schleudert, dort nahezu frontal unter einen Anhänger eines Sattelzuges prallt und sich verkeilt. Der Sattelzug schleift den Toyota über die A 7. Erst in der Ausfahrt Drispenstedt löst sich das Auto. Es kommt quer auf der Fahrbahn zum Stehen. Andere Autofahrer reagieren rechtzeitig und vermeiden eine weitere Kollision. Der Sattelzug hält in der Autobahn-Ausfahrt.

„Ziemlich glimpflich“

Umgehend rücken die Einsatzkräfte zu der Unfallstelle aus. Unter ihnen ist auch die Berufsfeuerwehr Hildesheim, die das Notfallopfer, falls nötig, aus dem Auto befreien kann. Als die Retter eintreffen, hat der 57-Jährige sein Auto jedoch bereits aus eigener Kraft verlassen. Er ist ansprechbar, hat Prellungen und leichte Schnittwunden davongetragen. „Es ging ziemlich glimpflich aus“, sagt Lichte.

Die Autobahn wird zunächst voll gesperrt. Die Trümmer müssen weg. „Mit einem Besen haben wir die Teile von der linken Spur gefegt, um diese wieder freigeben zu können.“ 20 Minuten später können die ersten Autofahrer wieder passieren. Die beiden weiteren Fahrbahnen bleiben bis 9.10 Uhr gesperrt. Der Verkehr staute sich zwischenzeitlich auf bis zu sieben Kilometern Länge bis zur Raststätte Hildesheimer Börde.