Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Abknickende Vorfahrt in Emmerke ist vom Tisch

Veröffentlicht von Kimberly Fiebig am 09.10.2019.

Emmerke - Emmerkes Ortsbürgermeister Josef Theodor Möller versteht die Welt nicht mehr. Vor rund einem Jahr haben der Ortsrat Emmerke und der Bauausschuss auf Anregung von Emmerker Bürgern einstimmig beschlossen, die Situation im Kreuzungsbereich Hauptstraße und Giesener Straße am Ortsausgang Richtung Giesen zu ändern und damit sicherer machen. Der Antrag lautete: Dort soll es in Zukunft eine abknickende Vorfahrt geben. Doch die Verkehrskommission des Landkreises Hildesheim, zu der Polizei, Kreismitarbeiter sowie Gemeindevertreter gehören, hat dies nun abgelehnt.

Die Kreisstraße 509 verläuft durch das ganze Dorf und ist eine Vorfahrtsstraße – außer im Bereich Haupt- und Giesener Straße. Letztere führt in Richtung Giesen und Hasede sowie auch zum Emmerker Neubaugebiet. Das wollte der Ortsrat ändern. Doch seine Forderung hat die Verkehrskommission abgeschmettert.

Problem: Emmerker Bushaltestelle

„Gegen die Anordnung spricht eindeutig die auf der Ortsseite der Hauptstraße kurz vor der Einmündung Giesener Straße eingerichtete Bushaltestelle“, argumentiert die Verkehrskommission. Denn Konflikte mit den Abbiegern seien nicht auszuschließen. Doch diesem Problem waren sich der Ortsrat Emmerke sowie der Bauausschuss bewusst, widerspricht Ortsbürgermeister Möller.

Die von den Emmerkern gewünschte Anordnung beinhaltete nämlich zusätzlich zur abknickenden Vorfahrt im Bereich Hauptstraße/Giesener Straße die Versetzung der Bushaltestelle der Linie 53 nach Schulenburg.

„Sie sollte etwa 50 Meter weiter nach Süden vor das Haus Hauptstraße 1 verlegt werden“, erklärt Möller den Antrag und begründet ihn mit der unglücklichen Lage im Kurvenbereich. Warum die Verkehrskommission der Versetzung der Bushaltestelle im Zuge der Vorfahrtsanordnung nicht zugestimmt hat, kann er deshalb nicht nachvollziehen.

Nur 100 Autos fahren Richtung Rössing

„Bis jetzt ist die Einmündung sicher“, fügt die Kommission hinzu. In den Jahren 2016 bis 2018 habe es lediglich zwei Unfälle, davon einen mit Alleinbeteiligung gegeben.

Doch Möller kontert: „Der Dorferneuerungsplan aus dem Jahr 1987 hat bereits eine abknickende Vorfahrt in diesem Bereich angeregt. Nach einer aktuellen Verkehrszählung fahren im Ort 2 200 von 2 300 Fahrzeuge Richtung Giesen und nur 100 Richtung Rössing.“ Die geforderte Neuregelung würde aus Sicht des Ortsbürgermeisters lediglich eine Anpassung an die tatsächlichen Gegebenheiten darstellen.

Die Verkehrskommission hat sich von ihrer Entscheidung aber nicht abbringen lassen. „Die sichere Situation sollte beibehalten werden, da eine Änderung der Vorfahrt ein schwerer Eingriff in den Straßenverkehr ist und in der Übergangszeit erfahrungsgemäß sehr häufig Unfälle passieren“, schreibt sie weiter. Möller kann dem jedoch nicht folgen. „Wenn es danach geht, dann dürfte man ja nie etwas ändern.“ Schilder, auf denen steht, ’Vorfahrt geändert’ könnten in seinen Augen dieses Problem seitens der Verkehrskommission beseitigen.

Der Landkreis äußerte sich auf Anfrage der HAZ zur Kritik in Emmerke so: „Bei einer Änderung sind Konflikte mit den Abbiegern nicht auszuschließen.“