Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Ältester Kirchturm in drei Monaten fertig saniert

Veröffentlicht von Alexander Raths am 10.02.2019.

Emmerke - Das freut die 1600-Seelen-Kirchengemeinde in Emmerke: In einem Vierteljahr soll die Sanierung des rund 13 Meter hohen Turms der St. Martinus-Kirche unter Dach und Fach sein. Er gilt als das älteste Bauwerk seiner Art im Bistum Hildesheim – erbaut im 11. Jahrhundert.

Dieses investiert in die Sanierung etwa 500 000 Euro. Im vergangenen Jahr wurde die Fassade instandgesetzt, nun wird die Holzkonstruktion im Inneren des sandsteinfarbenen Gebäudes hergerichtet. So soll der Turm stabilisiert werden.

„Sieht einfach toll aus“

„Er sieht einfach toll aus“, meint Waltraud Jürgens vom Kirchenvorstand, die auch als Küsterin arbeitet. „Das Bauwerk ist ein Wahrzeichen, mit dem sich die Emmerker identifizieren“, sagt auch Architektin Petra Sauer vom Bistum, die sich um das Emmerker Projekt kümmert. Die St. Martinus Kirche ist eine von etwa 160 katholischen Gotteshäusern in der Stadt und im Landkreis Hildesheim.

„Jeden Sonntag wird sie zumindest einem Viertel voll“, berichtet Jürgens. Insgesamt passen 300 Menschen in die Kirche.

Und nun wird ihr Turm für die Zukunft fit gemacht. „Wichtig ist, das hölzerne Tragwerk des Dachs abzusichern. Das Gebäude muss stabil sein“, erläutert Architektin Sauer.

In den vergangenen Monaten waren Handwerker mit Arbeiten an der Fassade beschäftigt. Sie wurde „geschlämmt“. Dabei trugen die Handwerker eine dünne Deckschicht auf, die das Bauwerk nachhaltig vor Witterungseinflüssen schützen soll.

Zuvor gab es Skepsis

„Zuvor war man skeptisch, ob das mit dem Schlämmen klappt“, berichtet Waltraud Jürgens. „Doch jetzt gibt es nur noch positive Reaktionen.“

Und: Architektin Sauer hat noch eine weitere Nachricht für die Emmerker. Bei den Arbeiten kam ein spezieller Mörtel zum Vorschein. Der Romankalk wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Hildesheim und Emmerke abgebaut. Diesen Fund findet die Expertin sogar „sensationell“.

Gut acht Jahre hat sich das Projekt nun hingezogen, die Dauer hängt mit Finanzierungsfragen und notwendigen Untersuchungen vor den Arbeiten zusammen, wie Sauer erklärt. Die Fachleute mussten sorgfältig vorgehen, bis sich Handwerker an der 1000 Jahre alten Kirche ans Werk machten. Der Abschluss der Sanierung soll am 23. Juni in Emmerke um 11 Uhr gefeiert werden.