Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Ärger über Lastwagen auf Abwegen

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 11.01.2019.

Hildesheim/Hasede - Enge Straße – großer Sattelschlepper. Erst Anfang Januar ergab sich eine solche Konstellation am Phoenixgelände am Moritzberg – mit dem schlechteren Ende für eine Ampel. Der Lastwagen kam nicht um die Ecke Elzer Straße/Phoenixstraße herum und fuhr sie um. Hat sich der Fahrer einfach verfahren oder hat ihn sein Navigationssystem in die Irre geführt?

Die Polizei sieht solche Fälle als menschliches Versagen an, erklärt Jan Makowski, Sprecher der Polizei Hildesheim, bestätigt. „So etwas wird bei uns nicht erfasst. Ob ein Navigationsgerät an der Route schuld war, ist für uns zweitrangig“, sagt Makowski. Jeder Lastwagenfahrer müsse selber auf Schilder und Verkehrsregeln achten.

Das reicht nicht, findet Frank Fischer, Ortsbürgermeister von Hasede. Schon seit längerer Zeit ist die Straße zwischen Hasede und dem Hildesheimer Flugplatz für schwere Lastwagen gesperrt. „Die wollen durch die Haseder Feldmark direkt zu ihren Lieferzielen. Da fahren die 40-Tonner durch die Felder“, so Fischer. Dafür müssten die Lastwagen allerdings über die Stichkanalbrücke, die ist nur für Fahrzeuge bis neun Tonnen Gewicht zugelassen. Zusätzlich sei die Straße dorthin Landwirtschaftsmaschinen vorbehalten. Fischer ist sich sicher: „Die Navis schicken die da lang.“

Aktualisierung zwei Mal im Jahr

Das Ganze laufe in einer Regelmäßigkeit, dass es nur an einer allgemeinen Vorgabe liegen könne. Er selbst habe die Strecke der Lastwagen aus Hannover mal mit einem Routenplanerprogramm nachverfolgt und sei ebenfalls falsch geleitet worden.

Auch im Stadtgebiet gibt es Verbote: Bestimmte Lastwagen, die über zwölf Tonnen wiegen, dürfen die Bundesstraße 1 in der Kernstadt nicht befahren (die HAZ berichtete). Bei weiteren Änderungen würden die speziellen Navigationssysteme mittelfristig aktualisiert werden, wie Klaus Härtel, Bereichsleiter für Ordnung und Verkehr bei der Stadt Hildesheim erklärt: „Sobald Straßen gesperrt werden oder sich Beschilderungen ändern, registrieren wir das.“ Zwei Mal im Jahr werden diese Informationen dann an die Firma Here Germany in Schwalbach geschickt. Von dieser zentralen Stelle aus werden die Navis der Lastwagen dann aktualisiert.

Auch der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) sieht kein regelmäßig auftretendes Phänomen. Wenn sich Lastwagen durch enge Nebenstraßen zwängen, könnte das vielmehr an kurzfristigen Sperrungen der normalen Route liegen: „Viele Fahrer sind oft auf der gleichen Strecke unterwegs und kennen sie auswendig“, erläutert Anne Heinrich, die beim ADAC Niedersachsen für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Wenn sich dann kurzfristig etwas ändere, können sie nicht schnell genug reagieren.

Der Navi-Bauer Bosch aus Hildesheim ist zurzeit auf der Vegas-Messe CES und deshalb nicht erreichbar für eine Stellungnahme.

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