Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Alkohol: Polizei kontrolliert Lasterfahrer auf der A 7

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 11.06.2019.

Hildesheim/Kreis Hildesheim - Dienstagmorgen auf der Autobahnraststätte Hildesheimer Börde. Es geht auf 4 Uhr zu, und das erste Licht des Tages färbt die ganze Szene blau. Just in diesen Minuten machen sich immer mehr Lastwagenfahrer nach einer kurzen Nacht auf den Weg. Die Termine drängen. Und so rollen sie von ihren Parkplätzen, wollen weiter in Richtung Norden. Doch den Weg auf die Hauptfahrbahn hat heute die Polizei versperrt. Einsatzleiter Jan-Peter Laaser und seine Kollegen haben es auf angetrunkene Berufskraftfahrer abgesehen.

Viereinhalb Stunden lang ziehen die Männer und Frauen um den Hildesheimer Polizeihauptkommissar knapp 300 Lastwagenfahrer aus dem Verkehr. Mit einem Ergebnis, dass sich sehen lassen kann. Denn von allen Überprüften haben lediglich fünf Fahrer Alkohol in der Atemluft. Der Wert liegt allerdings bei allen unterhalb der 0,5-Promille-Grenze. Und weil sie keine Ausfallerscheinungen zeigen, dürfen sie weiter fahren. Und das ohne jeden Ärger.

Pfingsten vor einem Jahr

Die Aktion läuft auf der A7 zwischen Hildesheim und dem Harzrand, und sie hat einen durchaus ernsten Hintergrund, wie Laaser berichtet. Pfingsten vor einem Jahr war es, da parkten die Fernfahrer ihre Sattelzüge auf einem Rastplatz im Bereich der Hildesheimer Autobahnpolizei. Und tranken über die Pfingstfeiertage. So sehr, dass sie sich in die Haare gerieten und einen Polizei-Einsatz verursachen. Die Trink-Zirkel waren schön getrennt nach nationaler Herkunft. So weit, das hatte sich die Polizei vorgenommen, sollte es dieses Jahr nicht wiederkommen. Deshalb die Kontrolle.

Bei den Lastwagenfahrern hier an der Börse läuft die Kontrolle im freundlichen Klima ab. Pro Fahrspur haben sich zwei Beamtinnen aufgebaut, und sie sprechen die Fahrer an: „Schönen guten Morgen, haben Sie Alkohol getrunken?“ Bereitwillig folgen die Kraftfahrer den Polizisten zu einem abgestellten Streifenwagen und pusten ins Röhrchen. Schwieriger gestaltet sich die Ansprache da schon bei den osteuropäischen Lasterfahrern. „Alkohol? Wodka?“ – „No, no. No Wodka!“, tönt es zurück aus dem Fahrerhaus.

Kontrollen herumgesprochen?

Durchaus möglich, räumt Laaser ein dass der eine oder andere Lastwagenfahrer gewarnt worden ist und nun lieber in seiner Koje liegt, statt loszufahren. Dagegen spricht aber, dass die Branche enormen Termindruck hat und von allen Lastwagenfahrern Lieferzeiten eingehalten werden müssen. Zu den kontrollierten Lastwagen gehören 175 aus Deutschland, 107 Fahrer aus EU-Ländern und 13 Fahrer aus weiteren Staaten.

„Wir haben so eine Kontrolle noch nicht gemacht, das ist ein Versuch“, sagt Laaser. Und Polizeisprecher Jan Makowski ergänzt: „Ein Grund für das erfreuliche Ergebnis in der Kontrollen könnte darin liegen, dass sich die in der Vergangenheit regelmäßig umgesetzten präventiven Kontrollen unter den Lastwagenfahrern herumgesprochen haben.“ Allerdings weist er darauf hin, dass die Rastplätze und Autohöfe über das Pfingstwochenende deutlich weniger besucht waren als an anderen Wochenenden. Klingt ganz so, als hätte die Polizei mit dieser Art von Kontrollen noch nicht ganz abgeschlossen.