Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Allem Unmut zum Trotz: SVHI will Preise weiter anheben

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 11.02.2019.

Der Stadtverkehr werde seine Bus-Fahrkarten kontinuierlich teurer machen müssen, kündigt Geschäftsführer Schmidt an: „Aus wirtschaftlichen Zwängen“

Von Rainer Breda

Hildesheim. Dieses Ereignis ist so sicher wie Ostern und Weihnachten – zumindest in den vergangenen Jahren: Wenige Wochen nach Silvester erhöht der Stadtverkehr (SVHI) die Preise fürs Busfahren. Das werde in absehbarer Zukunft so bleiben, hat Geschäftsführer Kai Henning Schmidt jetzt gegenüber der HAZ erklärt – aber nicht, um eine „Wahnsinnsrendite einzufahren, sondern aus wirtschaftlichen Zwängen“.

Damit steht fest, dass der Einzelfahrschein – er kostet seit Monatsanfang 2,60 Euro – definitiv eines Tages die 3-Euro-Grenze reißen wird. Wann genau, darauf will (und kann) sich Schmidt nicht festlegen. Doch Mitte der 2020er-Jahre dürfte es so weit sein – jedenfalls dann, wenn der SVHI seinen Rhythmus beibehält. Das Unternehmen hat seine Fahrkarten-Palette seit 2007 im Schnitt jeweils um 2,9 Prozent pro Jahr verteuert. Weil es das musste, betont der Geschäftsführer: „Die Erträge müssen den Aufwand decken.“ Der steige kontinuierlich – allein beim Diesel zwischen Dezember 2017 und 2018 um zehn Prozent. Daher müssten auch die Preise steigen – ebenso kontinuierlich. Denn würde der SVHI einmal aussetzen, liefe die Entwicklung völlig aus dem Ruder. „Das holt man nie mehr auf.“Dabei habe die Eigenwirtschaftlichkeit – seit 2019 muss das Unternehmen ohne Zuschuss der Stadt auskommen – den Spielraum noch verringert, sagt Schmidt. Zuvor hatte der Rat das SVHI-Defizit auf drei Millionen Euro im Jahr gedeckelt. Die schöpfte das Unternehmen zuletzt gar nicht mehr aus, Einsparungen hatten den Fehlbetrag auf knapp zwei Millionen Euro gedrückt.

Nun muss am Jahresende sogar immer eine schwarze Null unter dem Strich stehen – sonst bekomme der SVHI existenzielle Probleme, unterstreicht dessen Chef. Doch das Potential für Rationalisierungen sei ausgereizt, das Unternehmen fahre mit 16 Bussen weniger als vor einigen Jahren die gleiche Kilometerzahl (2,8 Millionen) im Jahr. „Da ist nichts mehr zu holen“, beteuert Schmidt. Er verstehe, dass die Kunden über höhere Preise nicht glücklich seien. Doch sein Unternehmen könne nicht anders. Zudem stimme es nicht, dass Busfahren immer teurer würde: So sei die Mehrfahrten-Karte seit Februar billiger, eine Einzelfahrt koste mit ihr nur 2,20 Euro. Bei der Supersparkarte schlage die einzelne Tour nur mit 60 Cent zu Buche. Das Thema Preiserhöhung dürfte auch eine Rolle spielen, wenn der SVHI-Chef am 20. Februar dem Stadtentwicklungsausschuss Rede und Antwort steht.