Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Altes Gasthaus Flügge könnte neues „Haus des Dorfes“ werden

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 10.04.2019.

Ein Vierteljahr nach Zukunfts-Workshop in Woltershausen eröffnet sich eine Perspektive

Von Thomas Wedig

Woltershausen / Lamspringe. Im Januar hatten Einwohner des Lamspringer Ortsteiles Woltershausen zusammen mit zwei Studentinnen in einem Workshop an Ideen für die Zukunft des Dorfes gefeilt. Nach dem Motto „Wille statt Stille“ wollten sich die Teilnehmer gegen den demografischen Wandel stemmen. Nun werden die Ergebnisse immer konkreter: Vertreter der Vereine von Woltershausen haben am Montagabend gemeinsam überlegt, wie das gewünschte „Haus des Dorfes“ verwirklicht werden könnte. Das soll allerdings nur ein erster Arbeitstitel sein. Angepeilt ist ein neuer Treffpunkt, eine Anlaufstelle für alle Einwohner und Vereine, auch aus den umliegenden Orten. Ein Raum, der Leben zurück in den Ort bringt, in dem es die Gaststätten früherer Zeiten nicht mehr gibt.

Zum Beispiel das Gasthaus Flügge. Das könnte Woltershausen noch gute Dienste leisten. Denn die Vereinsvertreter begeistern sich für die Idee, das Gebäude einfach selbst zu kaufen und zu einem neuen Treffpunkt umzugestalten. So einfach ist das freilich nicht. Doch wo ein Wille ist, da müsste auch ein Weg sein – das ist laut Mareile Gödecke von der Musikkapelle Hödeken die Stimmung nach dem Austausch vom Montagabend. Zuvor hatte es ein Gespräch mit Gemeindebürgermeister Andreas Humbert gegeben. Der zeigte sich erfreut über das Engagement der Einwohner und signalisierte Unterstützung, machte den Initiatoren aber laut Gödecke wenig Hoffnung, dass die Gemeinde das Gasthaus selbst kaufen wird.

Aufbringen müssten die Vereine dafür rund 80 000 Euro, berichtet Gödecke. Was nach Meinung der Runde nicht ausgeschlossen ist: „Mit Spenden und Sponsoren müsste das doch irgendwie machbar sein“, meint Gödecke. Zumal die Vereine auch Fördermittel beantragen könnten, wenn ihnen die Immobilie erst einmal gehört.

Bleibt noch die Frage, in welcher Organisationsform ein Kauf möglich wäre. Eine Möglichkeit wäre die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft. „Das sind aber nur erste Überlegungen“, betont Gödecke, „das muss erst noch genau durchdacht werden.“

Die Initiatoren hoffen, dass sie auch Unterstützer aus den umliegenden Orten mit ins Boot bekommen. Denn: Raumbedarf haben auch Vereine aus der Umgebung.

Zumindest ist der Ort nun, ein Vierteljahr nach dem Workshop mit den beiden Studentinnen Julia Senft und Isabella Kellermeier, schon einen großen Schritt weiter. Die damals entwickelte Vision vom „Haus des Dorfes“ erscheint mittlerweile realisierbar.

Die Studentinnen hatten den Workshop wie berichtet im Rahmen einer Abschlussarbeit an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig organisiert – nicht nur in Woltershausen, sondern auch in Dinklar, wo sie einen ähnlichen Ansatz verfolgten.