Hildesheimer Allgemeine Zeitung

App könnte Holler verbinden

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 11.04.2019.

Detlef Adelhelm wirbt für Kommunikationsplattform in der Gemeinde

Von Andrea Hempen

Sottrum. Seit Februar gibt es in Sottrum einen Dorfverein, dessen vorrangiges Ziel es ist, die Gemeinschaft zu fördern. Damit diese Gemeinschaft auch einfacher in Kontakt treten kann, suchte Ortsbürgermeister Detlef Adelhelm (Wählergemeinschaft Sottrum) nach einer Kommunikationsmöglichkeit – neben WhatsApp und Facebook. „Von einem Mitglied bekam ich einen Tipp“, erzählt Adelhelm und so landete er auf der Seite „Digitale Dörfer“. Da diese Plattform jedoch weniger für einen Ort als für eine ganze Gemeinde gedacht ist, regte Adelhelm im Holler Gemeinderat an, sich mit diesem Thema doch mal zu beschäftigen.

Das Angebot habe ihn begeistert, darum habe er die Aufmerksamkeit seiner Ratskollegen darauf lenken wollen. „Ich glaube, dass diese Plattform für unsere Gemeinde ein echter Gewinn wäre. Auch wenn so etwas wohl nicht von heute auf morgen Akzeptanz finden wird und alle es nutzen, wäre es ein vorausschauender Schritt in die Zukunft“, so Adelhelm. Und ganz nebenbei würde Holle sich als Gemeinde auch in der Region als fortschrittlich präsentieren.

Digitale Dörfer ist ein Projekt des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE. Damit soll aufgezeigt werden, welche Chance die Digitalisierung den Dörfern bieten kann. Bestandteil sind etwa die Dorfnews, unter denen die Verwaltung ihre Nachrichten verbreitet. Wo wird gebaut? Wo ist eine Straße gesperrt? Unter „Bestellbar“ können örtliche Händler Waren anbieten, die der Kunde online bestellen kann, im Dorffunk geht es um Nachbarschaftshilfe. Dort können Mitfahrgelegenheiten, Gartenobst oder Nachhilfestunden angeboten oder auch gesucht werden. Außerdem kann unter „Lieferbar“ vereinbart werden, wann welches Paket wohin geliefert werden soll. Bisher nutzen in Deutschland laut Projektgruppe bereits 100 Dörfer die App. Die Kosten dafür liegen bei Gemeinden unter 20 000 Einwohnern (Holle hat 7350 Einwohner) bei 250 Euro im Jahr. Dabei gibt es verschiedene Preise für verschiedene Leistungen. Die Gemeinden als Nutzer können das Angebot für sich „zuschneiden“ und verschiedene Module wählen. Für einen Extra-Betrag bietet das Projektteam eine Begleitung bei der organisatorischen Einführung an. Außerdem kann es Workshops und Schulungen zum Thema geben. „Nichts ist umsonst, aber die Kosten, die dahinterstehen, sind überschaubar. Und bei einem längerfristigen Vertrag wäre hier vermutlich auch eine Förderung aus der Dorferneuerung oder ein Integriertes ländliches Entwicklungskonzept denkbar“, meint Adelhelm. Die Ratsmitglieder sagten ihm in der letzten Sitzung im März zu, dass sie sich über die App informieren wollten.

Der Dorfverein Sottrum setzt zunächst auf eine Internetseite unter Wir-in-Sottrum.de.