Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Vollsperrung und Stau wegen gefährlicher Rillen

Veröffentlicht von Manuel Lauterborn am 07.01.2019.

Hildesheim/Bockenem - Eine mehr als vierstündige Vollsperrung der Autobahn 7 zwischen den Anschlussstellen Hildesheim und Bockenem hat am Montag bis in die Nachmittagsstunden zu Behinderungen in der Region geführt.

Vor der Abfahrt Hildesheim bildete sich am Montag ein etwa zwei Kilometer langer Rückstau für Autos, für Lastwagen war er weitaus länger. Auch auf der Bundesstraße 1 in Richtung Einum wurden die Verkehrsteilnehmer auf eine Geduldsprobe gestellt. Grund für die Vollsperrung waren dringend notwendige Arbeiten innerhalb der Baustelle nahe der Wöhlertalbrücke in Fahrtrichtung Kassel. In dem Bereich besteht seit etwa drei Wochen eine geänderte Verkehrsführung, die Fahrzeuge werden dabei von zwei auf eine Richtungsfahrbahn im Bereich der Brückenbaustelle umgelegt – Autos und Lastwagen müssen zwangsläufig mit wenig Platz auskommen.

Tiefe Fahrrillen als Gefahr

Überholverbot und Schilder, die zu einem versetzten Fahren auffordern, sollen dazu beitragen, dass es nicht zu brenzligen Situationen kommt. „Theorie und Praxis sehen aber bekanntlich anders aus“, sagt Oliver Kauer von der Autobahnpolizei Hildesheim. Und so geraten Fahrzeuge oftmals in den unbefestigten Seitenstreifen, der sich zwischen der Leitplanke und der Betondecke der Fahrbahn befindet. Besonders die schweren Lastwagen hinterlassen dort teilweise tiefe Furchen, die für die Verkehrsteilnehmer zu einer großen Gefahr werden können. Das Auto gerät meist außer Kontrolle und wird zu einer großen Gefahr. „Es sind aufgrund dieser Umstände bereits zahlreiche Unfälle passiert“, ergänzt Kauers Kollegin Saskia Witt. Hütchen und Barken entlang des Seitenstreifens wurden aufgestellt, um die Situation zu entschärfen. Mit wenig Erfolg: Nicht wenige wurden umgefahren oder sind verschwunden.

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr handelt nun, indem sie die tiefen Spurrillen beseitigt. Nachdem gegen 10 Uhr die Vollsperrung eingerichtet war, begannen die Arbeiten hinter der Raststätte Hildesheimer Börde. Der betroffene Bereich wurde aufgeschüttet und mit einer Rüttelplatte verdichtet. Es ist wohl aber nur eine Frage der Zeit, bis erneute Schäden auftreten.

Die Straßenbaubehörde hat deshalb weitere Optionen, um die Situation zu verändern. Kurzfristig sollen weitere Schilder aufgestellt werden, die auf das Überholverbot und das versetzte Fahren hinweisen. „Diese Vorgehensweise ist mit allen Beteiligten abgesprochen und wird in kurzer Zeit umgesetzt“, erklärt Reinhard Wege von der Behörde. Auch mobile Betonleitwände an den Seiten können dazu beitragen, dass niemand mehr in den unbefestigten Seitenraum gerät. Der letzte Schritt, der durch kurzfristige Vollsperrungen noch mehr Aufwand verursacht, wäre ein Auskoffern und Auffüllen mit Beton. „Das ist absolut nicht gewollt“, erklärt Wege. Fest steht aber, dass die Arbeiten am Montag nicht abgeschlossen werden konnten: Es wird also eine weitere Aktion dieser Art geben, ein Termin steht laut Polizei aber noch nicht fest.