Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Arminia kommt: Derby im Friedrich-Ebert-Stadion

Veröffentlicht von Thorsten Berner am 11.10.2018.

Hildesheim - Es ist das alte Lied beim VfV Borussia 06 Hildesheim: Die Fußballer spielen sich etliche gute Chancen heraus, treffen aber viel zu selten ins Tor. Das war schon in der Regionalliga so – und setzt sich jetzt auch eine Klasse tiefer in der Oberliga fort. Zehn Tore in neun Spielen – das ist zu wenig für gehobene Ansprüche.

„Das ist unser großes Manko“, gibt VfV 06-Coach Thomas Siegel zu, der sich während des letzten Spiels beim HSC Hannover mehrfach die Haare raufte: „Da spielen wir den Spitzenreiter phasenweise an die Wand, haben sechs hundertpozentige Chancen und schießen nur ein Tor.“

Gute Heimbilanz

Ob Adem Avci, Maurice Mathis oder Hady El Saleh – im entscheidenden Moment treffen sie nicht. Ist es fehlendes Glück, eine Frage der Qualität? Kopfsache? Oder von allem etwas? „Den Spielern Vorwürfe zu machen, wäre sicher der falsche Weg“, glaubt Siegel. „Das würde sie noch mehr blockieren.“

Im Training stehen Torschüsse derzeit ganz oben auf der Übungsliste. Bleibt zu hoffen, dass der Ball auch im Spiel in den Winkel fliegt – und nicht an die Latte. Siegel hofft, dass am Sonntag (15 Uhr) im Derby gegen Arminia Hannover der Knoten platzt und setzt auf die Heimbilanz. Sieben ihrer zehn Tore haben die Borussen zu Hause erzielt. Zudem sind sie im Friedrich-Ebert-Stadion noch ungeschlagen.

Das soll so bleiben. „Klar ist es unser Ziel, dieses Spiel zu gewinnen“, erklärt Siegel – und weist im gleichen Atemzug darauf hin, dass dies keinesfalls leicht werde: „Arminia hat eine spiel- und laufstarke Mannschaft.“ Nach schlechtem Start mit null Punkten und 1:7 Toren haben sich die Hannoveraner längst gefangen. Derzeit stehen sie mit 14 Punkten und 17:16 Toren auf Rang sechs. Mit einem Sieg könnte der auf dem elften Platz stehende VfV 06 (12 Punkte) den Gegner überholen. Das Derby ist ein sehr wichtiges und richtungsweisendes Spiel für die Gastgeber. Bei einem Erfolg könnte sich der VfV 06 vorsichtig nach oben orientieren. Bei einer Niederlage bliebe der Abstand zu den Abstiegsplätzen gering.

Revanche gegen Salar

Brisant ist das Duell noch aus einem anderen Grund. Arminia-Trainer Murat Salar hat früher beim VfV 06 gespielt und betreibt ein Restaurant in der Hildesheimer Innenstadt. Schon einmal hat Salar dem VfV 06 die Suppe versalzen. In der vergangenen Saison gewann Oberligist Arminia im NFV-Pokal gegen den damaligen Regionalligisten aus Hildesheim nach Elfmeterschießen.

Da ist also noch eine Rechnung offen. Um sie am Sonntag zu begleichen, müssen die Borussen aber endlich mal ihre Chancen besser nutzen.