Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Autozulieferer ZF will Wabco kaufen

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 29.03.2019.

Arbeitnehmervertreter begrüßen die Übernahme und sehen mehr Chancen als Risiken

Von Jens Heitmann

Gronau/Hannover.

Bereits vor zwei Jahren hatte der Fahrwerks- und Getriebehersteller vom Bodensee die Übernahme des amerikanisch-belgischen Konzerns vorbereitet – die Pläne wurden damals jedoch von den ZF-Eigentümern gestoppt. Die 1915 in Friedrichshafen gegründete „Zahnradfabrik“ zählt mit 146 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 36 Milliarden Euro zu den großen Autozulieferern. Die 1869 als „Westinghouse Air Brake Company“ entstandene Wabco beschäftigt aktuell rund 13 000 Mitarbeiter und hat 2018 einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro erzielt.

ZF möchte schon seit Längerem ins Lkw-Bremsengeschäft einsteigen; der Konzern will sich als Systemlieferant für Elektromobilität und autonomes Fahren etablieren – Bremsen unterstützen mit ihrer Sensorik die Fahrerassistenzsysteme.

„Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam mit Wabco den weltweit führenden Systemanbieter für Nutzfahrzeugtechnik bilden können“, sagte ZF-Vorstandschef Wolf-Henning Schneider am Donnerstag.

In Niedersachsen sind die beiden Unternehmen seit Langem verwurzelt. Seit der Übernahme der Lemförder Metallwaren unterhält ZF acht Standorte rund um den Dümmer mit aktuell rund 3600 Mitarbeitern. In Damme, Diepholz, Dielingen und Wagenfeld werden unter anderem Spurstangen, Lenker, Gummi-Metall-Komponenten, Schaltsysteme und Lkw-Teile produziert.

Die Arbeitnehmervertreter von Wabco begrüßen die Übernahme. „Wir sehen darin deutlich mehr Chancen als Risiken für die Belegschaften in Deutschland“, heißt es in einer Erklärung der Betriebsräte: „Beide Unternehmen ergänzen sich in wesentlichen Produktbereichen und in ihrem technischen Know-how für die Nutzfahrzeugindustrie hervorragend.“ Positiv sei auch, dass die Übernahme die finanzielle Basis verbessere.