Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Bahnhof: Nach Schlägen folgt Strafverfahren

Veröffentlicht von Renate Klink am 14.11.2017.

Hildesheim - Gegen den 17-jährigen Iraker, der am Hildesheimer Hauptbahnhof zwei Schülerinnen und eine Frau geschlagen hatte, wird ein Strafverfahren eingeleitet. Das bestätigt Jörg Ristow, Sprecher der Bundespolizei Hannover. Wie viele Straftaten dem Angreifer genau vorgeworfen werden, das ergebe sich erst aus den Ermittlungen. Möglich seien Körperverletzung, Bedrohung oder sexuelle Nötigung, erläutert der Beamte.

Wie berichtet, ist es am Samstagmorgen kurz vor fünf Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Mädchen, 13 und 14 Jahre alt, und dem 17-Jährigen gekommen. Laut Polizeibericht hatte der junge Mann hartnäckig versucht, mit den Schülerinnen zu flirten. Dabei stieß er jedoch auf Ablehnung. Der alkoholisierte Iraker ging dann dazu über, die beiden Teenies zu beschimpfen und zu schlagen. Auch die herbei telefonierte große Schwester – sie ist 22 Jahre – alt, bekam einen Faustschlag ins Gesicht.

Alkoholtest: mehr als ein Promille

Die zuständige Bundespolizei überwacht den Bahnhof per Video und durch Streifengänge. Sie nahm den rabiaten 17-Jährigen schließlich fest. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen, um den Alkoholgehalt zu überprüfen. „Das Ergebnis hat über ein Promille ergeben“, sagt Sprecher Ristow.

Der junge Mann habe nach seiner Vernehmung die Wache wieder verlassen dürfen, da weder Fluchtgefahr noch Verdunkelungsgefahr bestehe. Das wären Gründe gewesen, um ihn festzunehmen und vorläufig in Untersuchungshaft unterzubringen. „Er ist als Asylbewerber gemeldet, hat einen festen Wohnsitz und einen Betreuer“, erklärt der Sprecher auf Nachfrage. Außerdem sei er noch nicht volljährig.

Nachtzeit von 22 bis 6 Uhr

Da von 22 bis 6 Uhr Nachtzeit sei, hätten sich die beiden Mädchen eigentlich nicht auf einem öffentlichen Gelände wie dem Bahnhof aufhalten dürfen. „Es sei denn, sie haben eine Erlaubnis, dass eine Betreuungsperson die Verantwortung übernimmt“, klärt Ristow auf. Dazu benötigen sie einen sogenannter Mutti-Zettel, den noch nicht volljährige Besucher bei Kontrollen in Diskotheken oder Kneipen vorzeigen müssen.

Auch in den sozialen Netzwerken schlagen die Wellen nach dem Vorfall am Bahnhof hoch. Ein Hildesheimer bietet den Mädchen beispielsweise sofort einen Selbstverteidigungskursus für Frauen an, den er leitet. Die Teilnahme sei für die Betroffenen sogar kostenlos. rek