Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Bauhof-Chef Heinz Habenicht bleibt der Stadt erhalten

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 11.02.2019.

Fachbereichsleiter verabschiedet sich zwar im Oktober nach mehr als vier Jahrzehnten in den Ruhestand, führt aber seinen Nachfolger ein und macht bei Bedarf sogar kommissarisch weiter

Von Rainer Breda

Hildesheim. Sein Abschied schien beschlossene Sache. Ende Oktober, so hatte es Heinz Habenicht seinen Mitarbeitern Anfang Januar gegenüber angekündigt, werde er in den Ruhestand gehen. Doch nun bleibt der Chef von „66“, wie der Fachbereich im Verwaltungs-Organigramm heißt, doch länger.

Entweder als Berater auf Honorarbasis, um seinen Nachfolger einzuführen und diesem den Einstieg zu erleichtern. Oder, falls die Stadt bis November keinen geeigneten Mann (oder keine geeignete Frau) gefunden haben sollte, als Fachbereichschef – kommissarisch, für den Übergang. Stadtbaurätin Andrea Döring verkündete die Botschaft in einer Personalversammlung auf dem Bauhof, die Belegschaft soll mit Beifall, teilweise sogar Jubel reagiert haben.

Habenicht arbeitet seit 1971 bei der Stadt, seit knapp zehn Jahren leitet er seinen jetzigen Fachbereich. Dessen 180 Beschäftigte kümmern sich um den Bau von Straßen , deren Unterhaltung, Reinigung und den Winterdienst. Außerdem ist 66 für die Grünpflege, die kommunalen Friedhöfe und den Stadtwald zuständig. Alles Themen, die von der Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt werden – zumal Habenichts Truppe im Jahr etwa 50 Millionen Euro bewegt. Entsprechend viel Bedeutung hat die Position, sie verlangt nach einer gewissen Abgeklärtheit. Die besitzt Habenicht. Der hat sich zudem durch eine Mischung aus Schlitzohrigkeit, Direktheit und einem Spritzer Unverfrorenheit Respekt erworben, selbst politisch Andersdenkende bescheinigen dem CDU-Mitglied, geradeheraus zu sein. Vor dem Dienstantritt von Stadtbaurätin Döring im Herbst 2018 war er für ein halbes Jahr kommissarisch Baudezernent.

Wie lange Habenicht nun genau weitermacht, ist ungewiss. Er dürfte der Stadt aber mindestens bis Mitte 2020 erhalten bleiben – in welcher Rolle auch immer. Stadtbaurätin Döring wollte sich gegenüber der HAZ zu dem Thema nicht äußern, da Personalien vertraulich sind. Döring und Habenicht geraten aufgrund ihres unterschiedlichen Naturells gelegentlich aneinander.

Dem Vernehmen nach ist die Stadtbaurätin gleichwohl mit der Lösung zufrieden, da sie die Erfahrung des 64-Jährigen schätzt. Der selbst wollte sich ebenfalls nicht zu Details äußern, erklärte aber immerhin, er freue sich, da ihm die Mitarbeiter seines Fachbereichs und dessen Entwicklung sehr am Herzen lägen.

Beamtenrechtlich hätte Habenicht sogar bis 2022 bei der Stadt bleiben können. Er soll das erwogen haben, allerdings vergeblich auf ein entsprechendes Signal von Oberbürgermeister Ingo Meyer gewartet haben und darauf Anfang 2019 seinen Abschied für Oktober beantragt haben. Darauf muss der OB dann wohl doch noch reagiert haben: Jedenfalls, so ist es aus dem Rathaus zu hören, soll er die jetzige Regelung mit Habenicht vereinbart haben.