Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Bavenstedter sind sauer auf Stadtverkehr

Veröffentlicht von am 11.09.2019.

Bavenstedt - Mehrere Eltern aus Bavenstedt haben in der Ortsratssitzung am Dienstagabend heftige Kritik am Stadtverkehr Hildesheim (SVHi) geübt: Die Verlässlichkeit der Busse nach Bavenstedt sei miserabel, vor allem Schulbusse seien betroffen. Konkret geht es um die Linie 4. Sie fährt alle zehn Minuten nach Drispenstedt, jeder sechste Bus danach weiter nach Bavenstedt. Der Ortsteil wird also nur alle 60 Minuten angefahren.

„Gerade dieser Bus fällt besonders oft aus“, berichteten Eltern. Sie klagten, dass ihre Kinder nach der Schule nicht nach Hause gelangten. „Letztlich hat meine Tochter vom Bäcker neben der Bushaltestelle weinend angerufen, weil der Bus wieder nicht gekommen ist“, erzählte Viktoria Kirchgessner. „Doch ich hatte gerade kein Auto und musste mich auch um mein jüngeres Kind kümmern.“ Vor allem Grundschüler litten unter der Situation.

Kritik an SVHi herangetragen

Ortsratsmitglieder bestätigten die Aussagen der Eltern. Bürgermeisterin Claudia Schröder (CDU): „Das entspricht auch unseren Eindrücken.“ Nach Schröders Angaben hat der Ortsrat die Kritik bereits an den SVHi herangetragen. Doch der habe sie in Frage gestellt. Die Christdemokratin verwies darauf, dass die Stadt für die Schülerbeförderung verantwortlich sei und daher gewährleisten müsse, dass die Kinder nach Hause kommen.

Ebenfalls für Ärger bei den Bavenstedtern sorgen die Fallschirmspringer am Flugplatz. „Der gesamte Ort ist extrem gebeutelt“, sagt Bürgermeisterin Claudia Schröder. So verursache das Flugzeug der Fallschirmspringer viel Lärm. „Hier wird ein ganzer Ort in Geiselhaft genommen für das Hobby einiger weniger“, sagte die CDU-Politikerin. Ihr Fraktionskollege Heinrich Helmke berichtete, dass bei gutem Wetter am Wochenende durchgängig gesprungen und daher auch geflogen werde.

Lärm durch Fallschirmspringer

Zu der Ortsratssitzung war auch Otmar Birkner eingeladen. Er ist Geschäftsführer der Flugplatz-Gesellschaft und zudem Inhaber der Firma, die das Fallschirmspringen anbietet. Allerdings sagte Birkner an diesem Abend wegen eines kurzfristigen Geschäftstermins ab – zum Bedauern der Stadtteilpolitiker. Diese versuchten jetzt seit anderthalb Jahren vergeblich, den Flugplatzchef einzuladen, erklärte CDU-Vertreter Helmke.

Immerhin hatte Birkner den früheren Flugplatz-Chef Heinz Habenicht wegen dessen Wissen über die Anlage gebeten, ihn in der Sitzung zu vertreten – als Privatperson, nicht als Vertreter der Stadt, wie Habenicht betonte. Er zeigte sich von den Vorwürfen überrascht: „Die Probleme in Bavenstedt sind mir neu.“ Gleichwohl sagte er zu, die Vorwürfe zu prüfen. Eventuell könne ein anderes Anflugverfahren für Verbesserung sorgen, er könne allerdings nichts versprechen

Doch Ortsbürgermeisterin Schröder ließ nicht locker: „Lärm macht krank.“ Die CDU-Politikerin betonte, dass nach ihrer Kenntnis Gerichte bei Lärmschutzfragen heutzutage anders urteilten als noch vor einigen Jahren. Schröder mahnte eine Lösung an: „Andere Höhen, andere Strecken.“ Hauptsache, es sei in Bavenstedt nicht mehr so laut.