Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Bewohnerinnen gewürgt? Prozess gegen 31-Jährigen

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 14.09.2018.

Alfeld - Die Staatsanwaltschaft Hildesheim bringt demnächst einen 31-Jährigen vor Gericht, der im Juli im Fachpflegeheim „Residenz am Warneufer“ zwei Bewohnerinnen heftig gewürgt und eine Pflegerin geschlagen sowie getreten haben soll. Die Vorwürfe lauten auf zweifachen versuchten Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung.

Das Besondere in diesem Fall: Die Strafverfolger haben keine Anklage verfasst, sondern eine Antragsschrift im Sicherungsverfahren – mit der Folge, dass es im Prozess nicht darum gehen wird, ob der Mann ins Gefängnis muss, sondern um die dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.

Attacke auf Mitbewohnerin

Es war der 15. Juli, als der laut Staatsanwaltschaft wegen einer „geistigen Beeinträchtigung“ in dem Heim untergebrachte 31-Jährige am frühen Morgen auf einem Flur unvermittelt eine andere Bewohnerin anfiel. Dabei soll er sie am Hals gepackt und mit beiden Händen fest gewürgt haben. Einer Pflegerin, die hinzukam, gelang es unter enormem Kraftaufwand, die Hände des Mannes zu lösen, sie kassierte dafür aber selbst noch Tritte.

Erst als zwei Kollegen hinzukamen, soll der aggressive Bewohner von der Frau abgelassen haben. Gemeinsam, so die Ermittler, sei der Mann dann zunächst in den Raucherbereich des Heims gebracht worden sein – wo er sich aber keineswegs beruhigte, sondern eine 85-jährige Heimbewohnerin attackierte und auch diese am Hals würgte.

Unterbringung in Klinik?

Je stärker die herbeigeeilten Pflegekräfte an den Armen des Angreifers zogen, um den Griff zu lockern, desto heftiger soll er zugedrückt haben, ehe es letztlich gelang, seine Hände doch noch zu lösen. Auf dem Weg in sein Zimmer soll er dann zunächst weiterhin versucht haben, die Heimmitarbeiter zu treten und zu schlagen, bevor er endlich davon abließ.

Strafrechtlich sind die Taten schwerwiegend, da die Staatsanwaltschaft aber davon ausgeht, dass der 31-Jährige dabei nicht schuldfähig war, geht es in der ausstehenden Verhandlung um die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik, nicht um eine Gefängnisstrafe. Aktuell ist der Mann in einer Fachklinik in Moringen untergebracht.