Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Böse 0:4-Packung für den VfV 06 in Northeim

Veröffentlicht von Andreas Kreth am 07.09.2018.

Northeim/Hildesheim - Böse Packung für den VfV Borussia 06 Hildesheim. Am Freitagabend unterlag der Fußball-Oberligist bei Tabellenführer Eintracht Northeim mit 0:4. Die Südniedersachsen waren dem Ex-Regionalligisten in allen Belangen überlegen.

Die gut 100 mitgereisten Hildesheimer Fans konnten einem Leid tun. Die Niederlage hätte auch noch höher ausfallen können. Die Northeimer waren in so gut wie jeder Situation gedankenschneller als ihre Kontrahenten.

Völlig blank nach Ecke

Beim 1:0 war der Einträchtler Melvin Zimmermann nach einer Ecke völlig blank und konnte aus fünf Metern einköpfen (24.). In der 32. Minute trat Niklas Rauch an einem Flankenball vorbei und Christian Horst konnte am langen Pfosten völlig unbedrängt zum 2:0 einschieben.

Die Taktik von Trainer Thomas Siegel mit einer Fünfer-Abwehrkette war zu diesem Zeitpunkt schon über den Haufen geworfen. Im Angriff passierte so gut wie nichts. Zwei Fernschüsse von Benedict Plaschke – das war es an Offensivbemühungen des VfV. Nach 41 Minuten war die Partie endgültig entschieden. Sascha Hingerl verlor im Mittelfeld ein Kopfballduell. Zimmermann sah frei vor dem Tor den noch besser postierten Yannik Freyberg, der zum 3:0 traf.

4-4-2 nach der Pause

In der Halbzeitpause stellte Siegel um und ließ fortan im 4-4-2 spielen. Besser wurde die Leistung der Gäste nicht. Im Gegenteil. Freyberg ließ zwei klare Chancen aus. In der 67. Minute patzte Abwehrchef Thomas Ströhl im Spielaufbau. Thorben Rudolph lupfte den Ball aus 30 Metern über VfV-Torwart Nils Zumbeel zum 4:0 ins Tor. Nach 70 Minuten die erste nennenswerte VfV-Chance. Luis Prior-Bautista scheiterte an Northeims Torwart Meyer.

Die Stimmung bei den Hildesheimern war nach dem Schlusspfiff auf dem Tiefpunkt. Vorsitzender Achim Balkhoff wollte sich nicht äußern und machte sich direkt auf den Heimweg. Trainer Siegel sprach nur kurz mit der Mannschaft und kündigte für Samstag früh ein Training mit Aufarbeitung der Niederlage an, bei der alles auf den Tisch kommen solle. Von einer Krise wollte er noch nichts wissen. „Natürlich laufen wir den Erwartungen hinterher und müssen aufpassen, dass wir keinen Negativlauf bekommen“, sagte der Coach, der eine Erklärung für die Niederlage hatte: „Zwei Standardsituationen brechen uns das Genick. Danach hätte ich mir eine andere Reaktion von der Mannschaft gewünscht. Daran müssen wir in den nächsten Tagen intensiv arbeiten.“

Klingt nach Abstiegskampf

Thomas Ströhl stellte sich nach Abpfiff ebenfalls. „Das vierte Tor geht auf meine Kappe. Wir müssen uns nun endlich an die Spielweise in der Oberliga gewöhnen und dagegenhalten“, sagte der Abwehrspieler. Sonst drohen dem VfV unangenehme Wochen und Diskussionen.

Vier Punkte nach fünf Spielen ist alles andere, was sie sich an der Pottkuhle vorgestellt hatten. Klingt irgendwie nach Abstiegskampf.

Von Stephan Gaube