Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Branchenriese übernimmt Aseler Homecare-Firma

Veröffentlicht von Tarek Abu Ajamieh am 11.07.2019.

Asel - Die Aseler Firma noma-med, einer der bundesweit größte Anbieter für Hilfsmittel bei chronischen Erkrankungen sowie die Beratung betroffener Patienten, steht vor der Übernahme durch den Kölner Branchenriesen PubliCare. Derzeit prüft das Bundeskartellamt den geplanten Zusammenschluss, aus dem der Marktführer für ganz Deutschland entstehen würde. Die rund 200 Mitarbeiter von noma-med sollen ihre Arbeitsplätze behalten, die Gründer und bisherigen Eigentümer Martina Schuster und Norbert Schütze als Geschäftsführer in der Verantwortung bleiben.

PubliCare wiederum gehört zur KMT-Gruppe, einem Zusammenschluss von aktuell zehn Homecare-Firmen aus Deutschland, den USA, Großbritannien, Österreich, der Schweiz, Belgien und Luxemburg.

8000 Patienten versorgt

Schuster und Schütze hatten das Unternehmen vor genau 25 Jahren aus der Taufe gehoben – zunächst ohne Mitarbeiter. Von Hildesheim und Wolfenbüttel aus betreuten sie ihre ersten Kunden. Doch deren Zahl stieg stetig. Inzwischen beliefert und berät noma-med mehr als 8000 Patienten unter anderem mit chronischen Wunden, künstlichen Darmausgängen und Kontinenz-Störungen in Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Hessen unter seinen Fittichen.

Um der Nachfrage Herr zu werden, expandierte die Firma immer weiter. Die Zentrale bilden drei Häuser am Kreuzacker in Asel, dort haben Geschäftsführung und Verwaltungs-Mitarbeiter ihre Büros. Hinzu kommt ein 800 Quadratmeter großes Lager in Harsum. Seit 2017 unterhält noma-med zudem ein Schulungszentrum an der Kaiserstraße in Harsum, in dem sich Mitarbeiter, aber auch andere Angehörige pflegerischer oder medizinischer Berufe Kurse und Seminare besuchen können. Der größte Teil der Belegschaft arbeitet allerdings angesichts des Geschäftsgebiets mobil, fährt von zu Hause aus zum Patienten.

27 Millionen Euro Umsatz

Die Dimensionen, die die Aseler Firma damit erreicht hat, werden anhand ihrer Wirtschaftsdaten deutlich. Die jüngste veröffentlichte Jahresbilanz, die für 2017, weist bei einem Rekord-Umsatz von 27 Millionen Euro einen Gewinn von rund 750.000 Euro aus. Wie es aus dem Unternehmen heißt, habe noma-med selbst einen Investor gesucht, um weiter investieren zu können – und zwar gerade am Standort Asel. Auch zusätzliches Personal werde „händeringend“ benötigt, vor allem im kaufmännischen Bereich. Diese Pläne ließen sich nach dem Verkauf der Gesellschaftsanteile an die kapitalstärkere KMT-Gruppe leichter verwirklichen.

Zumal der Homecare-Markt ohnehin derzeit einen Trend zu größeren Einheiten aufweist, wie noma-med bereits im Geschäftsbericht 2017 deutlich machte: Es gehe um einen „unter hohem Wettbewerbsdruck stehender Nischenmarkt, der sich weiterhin sehr stark konsolidiert“. Ein hoher Preisdruck seitens der gesetzlichen Krankenkassen sowie deren „komplizierte Abrechnungsprozesse“ erschwerten die Arbeit zusätzlich.

Auch sei die geschäftliche Entwicklung weniger planbar geworden, da Krankenkassen inzwischen meist Lieferantenverträge für zwei Jahre ausschrieben – die Folge: Sprunghafte Anstiege oder Verluste bei der Zahl der Patienten. Für all das sehe man sich unter dem Dach von PubliCare und damit der KMT-Gruppe besser gerüstet.