Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Bürgerinitiative misst Feinstaub mit eigenen Sensoren

Veröffentlicht von Sebastian Knoppik am 15.05.2018.

Ahrbergen/Giesen - Mit selbstgebastelten Sensoren will die Bürgerinitiative Giesen-Schacht die Feinstaubbelastung in der Gemeinde Giesen messen. Die Aktivisten wollen auch deswegen selber Messungen vornehmen, weil sie das Feinstaub-Gutachten des Unternehmens K+S anzweifelt.

Die BI beteiligt sich an dem Projekt hackAIR des Umweltverbands BUND teilzunehmen. Die Sensoren kann man selbst aus verschiedenen Komponenten zusammensetzen. Anleitungen gibt es im Internet. „Das ist ein weltweites Projekt“, erklärt Ingo Fietz von der Bürgerinitiative. Die Messdaten der Feinstaub-Sensoren kann man auf einer Karte online sehen und deren Ergebnisse dann abrufen.

Drei Sensoren schon im Einsatz

Drei Sensoren sind bereits online, zwei in Ahrbergen, einer an der Emmerker Straße in Giesen. Weitere sollen folgen, insgesamt soll es gut 20 Mess-Stationen geben. Messen will die BI damit künftig die Emissionen am Schornstein des Schachts in Ahrbergen sowie in der Emmerker Straße und der Rathausstraße in Giesen.

Wenn das Bergwerk wieder in Betrieb gegangen ist, will K+S ebenfalls messen, laut Fietz allerdings nicht mit elektronischen Sensoren: „Die können mit dieser Technik nicht mithalten.“

Diesen Vorwurf weist K+S-Sprecher Ulrich Göbel zurück. Das „Messkonzept“ erfülle die derzeit geltenden gesetzlichen Anforderungen: „Alles andere wäre von der Genehmigungsbehörde auch gar nicht akzeptiert worden.“

Kritik an Gutachten von K+S

Die BI will auch deswegen eigene Messungen vornehmen, weil sie dem jüngsten Feinstaub-Gutachten von K+S nicht traut. Dabei sei ein zu geringer Wert für die Emission aus dem Schornstein in Ahrbergen angesetzt worden, so Fietz.

Auch das weist Unternehmenssprecher Göbel zurück. Die Emissionsprognose berücksichtige „alle relevanten Emissionen“, die durch das geplante Werk verursacht würden.

Göbel kritisiert zudem das Mess-Projekt der Bürgerinitiative. Die eingesetzten Geräte entsprächen nicht den derzeit geltenden Anforderungen gemäß dem Stand der Technik. Die BI hingegen verweist darauf, dass das Projekt wissenschaftlich begleitet werde und Messfehler durch die größere Anzahl an Mess-Stationen ausgeglichen würden.

BI will nicht nur in Giesen messen

Die BI will nicht nur in Ahrbergen und Giesen die Feinstaubbelastung messen, sondern Geräte auch für Messungen an anderen interessanten Punkten im Landkreis zur Verfügung stellen. „Uns ist wichtig, über den Tellerrand hinauszugucken“, so Fietz.

Wer Interesse an dem Einsatz eines Feinstaubsensors hat, kann sich an die Bürgerinitiative per E-Mail unter
BIGiesenSchacht@gmail.com wenden. Informationen zu dem Projekt finden sich unter https://www.bi-giesenschacht.de/index.php/feinstaubmessung.