Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Caritas gegen Abschottung

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 11.02.2019.

Hildesheim. 2275 Menschen sind im vergangenen Jahr im Mittelmeer ertrunken. Der Caritasdirektor Achim Eng hat sich nun in einem offenen Brief an die Dienste und Einrichtungen der Caritas und die katholische Kirche im Bistum Hildesheim gewandt und fordert, dass die Caritas, gerade im Jahr der Europawahl, auf die Folgen der deutschen und europäischen Migrationspolitik aufmerksam macht und ausdrücklich zur Teilnahme an der Wahl ermutigt.„Jeden Tag erleben wir in unseren Caritas-Beratungsdiensten Menschen, die geflohen sind, weil ihr Leben in ihren Heimatländern bedroht war“, schreibt Eng. „Jeder in ihrer Situation würde genauso handeln.“ Mitverantwortlich für den Tod so vieler Menschen sei die EU, die private Seenotrettungsorganisationen behindere und Such- und Rettungsmissionen einschränke.

Eng kritisierte zudem die Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache zur Bekämpfung von Schleppern. Infolge dieser werden Menschen in libysche Haftanstalten gebracht, deren Zustände laut einem Bericht des Auswärtigen Amts KZ-ähnlich wären. Abschottung sei keine Lösung. „Menschenleben dürfen niemals im Kampf um Wählerstimmen zur Disposition gestellt werden“, so der Caritasdirektor.