Hildesheimer Allgemeine Zeitung

CJD-Realschule kann starten

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 23.03.2019.

Die vom CJD geplante neue Realschule in Elze steht vor der Genehmigung. Bewerber gab es längst nicht nur aus der Stadt selbst, sondern aus dem weiteren Umkreis. Der Bildungsträger bietet damit künftig alle regulären Schulformen an.

Von Tarek Abu Ajamieh

Elze/Kreis Hildesheim. Das Christliche Jugenddorf (CJD) Elze kann im Sommer seine neue Realschule in Elze eröffnen. Das hat CJD-Chef Eckhard Nührig gestern mitgeteilt. Zwar liege die Genehmigung durch die Landesschulbehörde noch nicht vor. Doch das Amt habe signalisiert, dass es dem Ansinnen des Elzer Bildungsträgers zustimmen wolle, da alle Voraussetzungen erfüllt seien.

Das CJD will die Realschule wie berichtet in den Räumen der früheren Krüger-Adorno-Oberschule am Heilswannenweg aufbauen, die der Landkreis im Sommer vergangenen Jahres geschlossen hatte. Das Gebäude wird an die Stadt Elze übertragen, die sie wiederum an das CJD vermieten will. Das startet im Sommer mit knapp 20 Schülern und einer fünften Klasse, in den nächsten Jahren soll jeweils mindestens ein Jahrgang hinzukommen.

„Bei entsprechender Nachfrage ist es auch denkbar, dass wir zweizügig werden“, sagt Nührig. Er verweist allerdings auf hohe Kosten in den ersten Jahren – das Land zahlt erst nach drei Jahren Betrieb Zuschüsse. Bis dahin muss das CJD nach eigenen Angaben einen „sechsstelligen Betrag“ investieren.

Das ergibt aus Sicht der Verantwortlichen allerdings Sinn. „Künftig können wir alle Schulformen anbieten“, freut sich Matthias Casper, Schulleiter des Gymnasiums. Das CJD unterhält die Grundschule in Adensen, eine Förderschule im alten Postgebäude nahe dem Bahnhof – die in Kürze um Räume in der alten Bonbonfabrik erweitert wird – das Gymnasium mit 805 Schülern als bei Weitem größte Einrichtung auf dem Gelände zwischen B 1 und Bahnlinie sowie künftig die Realschule. „Gerade die Durchlässigkeit ist uns sehr wichtig, also von der Förderschule zur Realschule und von der Realschule zum Gymnasium“, sagt Casper. Wichtig sei zudem, allen Grundschul-Abgängern in Adensen eine Perspektive innerhalb des CJD anbieten zu können.

Zudem unterhält das CJD unter anderem eine Kita, eine Musikschule mit 550 Schülern aus großen Teilen des Landkreises und Sportförder-Kooperationen mit Hannover 96 sowie den Handballern von Eintracht Hildesheim. „Dieses Komplettangebot eines Bildungsanbieters ist meines Wissens in Niedersachsen einmalig“, sagt Nührig.

Jetzige Viertklässler aus Adensen sowie Grundschüler aus Elze und Mehle hatten auch Vorrang bei den Bewerbungen um Plätze in der neuen Realschule, betont CJD-Chef Nührig. Aber auch aus Nachbarkommunen wie Nordstemmen und Leinebergland sowie aus dem Kreis Hameln-Pyrmont und der Region Hannover kommen Schüler hinzu.

Casper und Nührig gehen davon aus, dass die Realschule wieder an Bedeutung gewinnt, nachdem es einige Jahre so schien, als ginge sie in den neuen Oberschulen auf. „Die Realschule ist die Schulform, die am besten auf das Berufsleben vorbereitet – und zugleich bietet sie immer die Perspektive, im Lauf der Schulzeit doch noch auf ein Gymnasium zu wechseln“, sagt Nührig.