Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Darum gewinnt Eintracht das Spitzenspiel gegen Schwerin

Veröffentlicht von Ulrich Hempen am 11.10.2018.

Hildesheim - Es ist ein Spitzenspiel: Am Sonntag gastieren die Mecklenburger Stiere Schwerin beim Handball-Drittligisten Eintracht Hildesheim. Damit treffen in der Volksbank-Arena zwei Titel-Aspiranten aufeinander (17 Uhr). Die Schweriner haben angekündigt, dass sie in die 2. Liga aufsteigen wollen – lieber heute als morgen. Für Zweitliga-Absteiger Hildesheim gilt ähnliches.

Im Gegensatz zu den Einträchtlern hatten die Mecklenburger einen bescheidenen Einstand in die Serie – sie starteten mit zwei Niederlagen. Allerdings mussten die Stiere zu Beginn ziemlich harte Brocken bewältigen. Zunächst traf das Team von Trainer Mannhard Bech auswärts auf den DHK Flensborg. Es verlor mit 25:27. Eine Woche später ging es zum Mit-Favoriten TSV Altenholz. Dort kassierten die Schweriner eine echte Klatsche – 26:44. Anschließend fingen sie sich, gewannen die fünf folgenden Partien und rückten in der Tabelle bis auf Platz vier vor.

Die HAZ-Sportredaktion legt sich trotzdem fest – Eintracht ist am Sonntag der Favorit. Und das sind die Gründe für den Optimismus:

Eintracht findet meist auf alles eine gute Antwort

Trifft das Team von Coach Gerald Oberbeck auf eine defensive 6:0-Abwehr, verfügt es trotz der Ausfälle von Robin John und Ole Zakrzewski im Rückraum noch über Wurfhärte und Wurf-Varianten. Von den Halbpositionen aus treffen Linkshänder Maurice Lungela (39 Tore) und Julius Heil (12), aus der Mitte war Lukas Schieb 22 mal erfolgreich. Dazu lässt sich Kreisläufer Niko Tzoufras (34 Treffer) in dieser Liga von kaum einer 6:0-Abwehr stoppen. Auch gegen offensive Deckungen hat das Team Lösungen: Hier glänzen die beweglichen Angreifer. Spielmacher Schieb ist antrittsschnell und wendig, Rückraummann Lungela und Rechtsaußen René Gruszka (37 Tore) ebenso. Einziges Manko in der Offensive: die schlechte Chancenverwertung. Daran muss gearbeitet werden.

Das Team wirkt emotional gefestigt

Defizite gibt es dann und wann in der eigenen Abwehr, wie zuletzt in der ersten Hälfte beim Sieg über die SG Flensburg-Handewitt II oder bei der einzigen (aber derben) Niederlage in Rostock. Allerdings fangen sich die Einträchtler in den Spielen meist wieder – wenn nötig, kommt der Erfolg über die Härte. Das Team gerät in schlechten Phasen nicht in einen totalen Negativstrudel. Außerdem wird Torwart Paul Twarz immer stärker, auch, wenn er vor ein paar Tagen gegen Flensburg nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Mit Adam Papadopoulos, Chris Meiser und Maurice Herbold fallen drei exzellente Defensivspieler teils sehr lange aus. Diese Unwägbarkeiten händelt Eintracht bisher sehr gut. Positiv: Herbold kommt möglicherweise am Sonntag zumindest zu seinem ersten Kurzeinsatz nach der Knieverletzung.

Hildesheim ist in eigener Halle wieder eine Macht

Vor den eigenen Fans traten die Hildesheimer in den ersten vier Heimspielen souverän auf. Sie fühlen sich pudelwohl in der Voba-Arena. Eng wurde es vom Ergebnis her nie. Rund 1400 Zuschauer kamen im Schnitt in die Halle. Zuletzt gegen Flensburg II waren es mit 1032 weniger als sonst. „Das lag an den Herbstferien. Viele waren im Urlaub. Am Sonntag gegen Schwerin wird es wieder voller“, sagt Eintracht-Trainer Oberbeck.