Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Das Hofcafé zieht in die Steinscheune

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 14.03.2019.

Hildesheim - Umgezogen ist das Hofcafé in den 16 Jahren seines Bestehens schon öfter. Und immer ist es dabei ein Stück gewachsen, parallel zur steigenden Zahl der Studenten auf dem Domäne-Campus und den Ausflüglern rund um die Innerste, die hier für ein Stück Kuchen und einen Tee eine Pause einlegen.

Beim nächsten Umzug aber wird sich das Café verkleinern. Auf ungefähr zwei Drittel der jetzigen Fläche, wie Inhaber Helge Peinzger schätzt. „Wir gehen für etwa neun Monate rüber in die Steinscheune, damit das eigentliche Café hochwasserfest gemacht werden kann.“

Kampf gegen das Wasser

Das bedeutet vor allem, dass die Fußböden abgenommen werden und ihr Aufbau so erneuert wird, dass sich unter dem Estrich keine Hohlräume mehr befinden. „Denn genau dort sammelt sich im Fall einer Überschwemmung das Wasser“, sagt Thomas Hanold, Baudezernent der Uni. „Nach einem Hochwasser wird so ein Boden nie wieder richtig trocken, und die Feuchtigkeit zieht nach und nach ins ganze Gebäude.“ Also soll der Fußboden ersetzt werden durch eine „Konstruktion, wie man sie in Hochwassergebieten üblicherweise hat.“

Und weil sich der Cafébetrieb mit so einer Baustelle schlecht vereinbaren lässt, soll die Steinscheune als Ausweichquartier dienen. „Da haben wir dann weniger Plätze, und über die Logistik von Küche und Konditorei muss ich auch noch nachdenken“, sagt Peinzger. „Aber das kriegen wir alles schon hin.“

Kooperation mit der Universität

Zum einen hat der Gastronom noch Zeit zu überlegen, bevor es tatsächlich losgeht: „Die Planungen laufen in sehr guter und enger Kooperation mit der Uni“, sagt Peinzger. „Und gemeinsam haben wir jetzt mal den November für den Umzug ins Auge gefasst.“

Der zweite Grund, aus dem er „relativ gelassen“ in die Zukunft schaut, ist, dass die Steinscheune nicht zum ersten Mal das Zuhause des Cafés sein wird. Bereits vor sieben Jahren war der Betrieb dort schon einmal untergebracht – quasi eine Zwischenstufe auf dem Weg vom kulinarischen Geheimtipp hin zum durchorganisierten Gastronomiebetrieb im schicken Ambiente.

Gäste glücklich machen

„Natürlich mache ich mir jetzt schon Gedanken, wie wir unsere Gäste in den neun Monaten alle unterkriegen und glücklich machen können“, sagt Peinzger. „Aber ich glaube, wir haben bislang immer eine Lösung gefunden, egal wie groß oder klein der Betrieb gerade war, und die finden wir auch diesmal.“

So erinnert er sich an die Lösung mit den Picknick-Körben, die aus Platznot entstand und sich in kürzester Zeit zu einem Renner entwickelte. In den ersten Sommern nach der Eröffnung nahm er die Körbe in verschiedenen Varianten in sein Angebot auf – „einfach, weil nicht alle Leute Platz gefunden haben bei uns, aber trotzdem mit selbst gebackenem Kuchen oder Brezeln in der Sonne sitzen wollten.“ Das Angebot wurde ein Renner.

Vielleicht will er die Picknick-Körbe im Sommer 2020 wieder auspacken, überlegt Peinzger. „Um auf Naheliegendes zu kommen, muss man manchmal erst umziehen.“

Als das Hochwasser kam