Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Das Sarstedter Freibad feiert seinen 60. Geburtstag

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 15.05.2019.

Sarstedt - Am Donnerstag ist es soweit: Das Sarstedter Freibad feiert seinen 60. Geburtstag. Die Stadt und das Team vom Innerstebad haben sich zu diesem runden Geburtstag einiges einfallen lassen. Die Zahl 60 spielt dabei eine große Rolle. Die HAZ schaut aus diesem Anlass auf die Historie des Freibads zurück.

Der Wunsch nach einem Freibad

Seit nunmehr sechs Jahrzehnten beginnt die Freibadesaison in Sarstedt im Mai. Zeitgleich mit der Eröffnung des Freibades am 16. Mai 1959 hatte die Stadt erstmals ein Jahrbuch 1959 herausgegeben. „Diese im Herzen der Stadt gelegene Anlage soll eine Stätte der Erholung, Entspannung und schwimmsportlichen Betätigung sein“, heißt es in einem Grußwort von Bürgermeister Heinz Bormann.

Zu diesem Zeitpunkt bestand bereits der Wunsch nach einer hygienischen und gefahrlosen Bademöglichkeit. Immer wieder mussten aber die Pläne für die Errichtung eines Freischwimmbades zurückgestellt werden, da andere dringende Vorhaben anstanden, die die Stadt Sarstedt finanziell stark belasteten. Am 24. März 1958 war es aber soweit: Die Bauarbeiten begannen.

Das mit 400 000 Mark veranschlagte Projekt war für Sarstedt ein harter finanzieller Brocken. Nicht nur die Beihilfen aus Kreis- und Landesmitteln und die Rücklagen der Stadt sicherten das Bauvorhaben, sondern auch der Fonds „Badeanstalt“ in Höhe von 110 000 Mark, zusammengekommen durch Mithilfe der Bevölkerung. Etwa durch Veranstaltungen des Stadtjugendringes, Preisschießen, Tanzveranstaltungen, Konzerte unter der Regie der Bürgergemeinschaft Sarstedt sowie Sammelbüchsen in den Geschäften. Nach nur einjähriger Bauzeit wurde das Freibad schließlich am 16. Mai 1959 eröffnet.

Im Jahrbuch 1959 beschreibt Stadtbaumeister Willi Jaedtke ausführlich die Freibadanlage nach den Plänen des Hildesheimer Architekten Otto Immendorff. Um den sportlichen Wünschen Rechnung zu tragen, wurden acht 50-Meter-Schwimmbahnen unter Einbeziehung des Nicht-Schwimmer-Teiles errichtet. Die Sprunganlage, 5-Meter-Turm mit zwei drei und einem 1-Meter-Brett ist seitlich ausgebuchtet, um den Badebetrieb nicht zu stören. Bei normaler Benutzung, früher wie heute, wird das Badebecken zwischen Nichtschwimmer- und Schwimmerteil ebenfalls getrennt.

Heute wie damals

Die Außenanlage hat sich in den vergangenen 60 Jahren kaum verändert. So gibt es bis heute den sechs bis acht Meter breiten Plattenbelag aus vierfarbigen Beton-Werksteinplatten, die Durchschreitebecken mit Dusche und auch die Rosenbeete und Ligusterhecken-Einfassungen. Der Wasserspiegel sollte aus psychologischen Gründen nur 20 Zentimeter unter dem oberen Plattenrand liegen, damit das Becken nicht wie eine tiefe Grube wirkt. Für die Kleinkinder wurde ein kreisrundes Becken von 13 Meter Durchmesser und ein Kletterpilz mit Rutschstangen inmitten des Beckens gebaut.

Der Hochbauteil der Gesamtanlage, in welchem der Kassen-, Bademeister-, Sanitäts- und Umkleideraum, Toiletten- und Umwälzanlage sowie Verkaufsstand untergebracht sind, befindet sich an der Nordseite. Der Zugang zum Freibad erfolgte seinerzeit über die Weichsstraße. Die alten Bäume auf den Liegewiesen der Freibadanlage sind jedoch auch nach sechs Jahrzehnten Schattenspender für die Badegäste. Das Hallenbad wurde 1978 gebaut.

Der Kreissportbund Hildesheim-Marienburg brachte in einem Grußwort zum Ausdruck: „Unser Wunsch ist es, dass Petrus ein Einsehen hat und im Sommer immer ein freundliches Gesicht zeigt, damit aus Sarstedt und der weiteren Umgebung Viele Gelegenheit nehmen können, diese moderne Badeanlage zu benutzen, um sich zu erholen“. Tatsächlich brach der Sommer 1959 Rekorde. Laut Meteorologen war es einer der heißesten Sommer seit Menschengedenken. Selbst am Abschlusstag der ersten Badesaison im September 1959 strahlte noch die Sonne am Himmel.

Geburtstagsgeschenke für die Badegäste

Für Badegäste und Saunebesucher kostet der Eintritt am Geburtstag des Freibades am Donnerstag, 16. Mai, nur 60 Cent. Besucher, die eine Dauerkarte besitzen, erhalten als kleines Dankeschön ein Badehandtuch. Auch das Stadtbad-Restaurant feiert den runden Geburtstag mit. Jede bunte Tüte und Kugel Eis gibt es an diesem Tag ebenfalls für nur 60 Cent. Geburtstagskinder, die im Jahr 1959 geboren sind – wie das Innerstebad selbst - und auch 60 Jahre alt geworden sind oder noch werden, erhalten gegen Vorlage des Ausweises einen Verzehrgutschein über 60 Prozent für ein Essen ihrer Wahl im Stadtbad-Restaurant. Den bekommt auch jeder 60. Besucher des Innerstebades am Donnerstag.