Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Der SV Newroz stellt sich neu auf

Veröffentlicht von Ulrich Hempen am 11.01.2019.

Hildesheim - Ist Manager Serhat Kaplan nun zurückgetreten? Oder ist er es doch nicht? Bleibt er als Sponsor erhalten – oder nicht? Diese Frage stellten sich die Anhänger des Bezirksliga-Spitzenreiters SV Newroz (SVN) Hildesheim und viele in der Fußball-Szene in den vergangenen Tagen immer wieder. Auch die SVN-Vereinsspitze war mit der Personalie intensiv beschäftigt. Nun hat sie eine Erklärung dazu abgegeben.

Kaplan selbst hatte öffentlich über einen Rücktritt nachgedacht. „Momentan sieht es aus, als ob ich aufhören werde. Aber es stehen noch einige Gespräche an“, sagte er am Dienstag. Offensichtlich konnte der SV Newroz ihn nun von einem kompletten Rückzug abbringen.

Die Mannschaft steht vor dem Aufstieg in die Landesliga – die Vereinsarbeit koste ihn immer mehr Zeit, die er aus beruflichen und familiären Gründen so nicht mehr zu leisten vermag, sagte Kaplan. Der 38-Jährige war hin- und hergerissen, denn der SVN ist bekanntlich auch sein „Baby“.

Jetzt ist eine Entscheidung gefallen: Kaplan bleibt im Amt. Aber er gibt viele Kompetenzen ab. Er soll gemeinsam mit Mustafa Oerdek den Klub managen. Oerdek ist beruflich Direktor der Telis Finanz AG und seit der Gründung Sponsor und Unterstützer des SVN.

Doppelspitze Kaplan-Oerdek

So heißt es in der erwähnten Erklärung des Klubs: „Beim SV Newroz ist der Manager nicht zurückgetreten, vielmehr hat der Verein jetzt eine Doppelspitze, die im Hintergrund den Verein auf ein neues Level bringen wird. Nach Gesprächen hat sich Mustafa Oerdek dazu entschieden, mit seinem Knowhow interne Aufgaben zu übernehmen.“

Auf ein neues Level bringen bedeutet auch, die Mannschaft für die Landesliga fit zu machen. Kaplan räumte zuletzt selbstkritisch ein, dass die Infrastruktur im Klub dafür bislang noch nicht ausreiche. Außerdem habe es durch den Umzug nach Itzum Zuschauer-Rückgänge gegeben, und der Kader der I. Herren sei zu klein. „Wir brauchen mehr Mitglieder, müssen einen Förderverein gründen und viel mehr in die Breite gehen.“

Landesliga?

All das sind Aufgaben, die die neue Doppelspitze gemeinsam mit Trainer Omar Fahmy beackern soll. Zum Thema möglicher Aufstieg sagte Trainer Fahmy am Freitag: „Er ist kein Muss, aber wenn wir uns sportlich qualifizieren, gehen wir in der nächsten Saison den Schritt in die Landesliga.“ Serhat Kaplan ergänzte: „Aber nur, wenn die Mannschaft voll mitzieht.“

Viele in dem Verein mit kurdischen Wurzeln dürften erleichtert sein, dass Kaplan Teilzeit-Manager bleibt. Er ist ein Urgestein des SVN. Seit 2011 engagiert er sich: zunächst als Spieler, dann als Trainer und zuletzt als Funktionär. Kaplan war einer der Garanten des rasanten Aufstiegs von der 4. Kreisklasse bis an die Bezirksliga-Spitze.

„Serhat Kaplan ist durch die Expansion seiner Firma ins Ausland und durch die Familiengründung zeitlich enger gebunden. Somit wird es zunehmend schwieriger, sich um alle Belange des Vereins zu kümmern. Das bedeutet aber nicht, dass er als Manager zurückgetreten ist“, bekräftigt der SV Newroz in seiner Erklärung noch einmal.

Auf jeden Fall sind die Aufgaben im Klub künftig anders verteilt: Trainer Fahmy und Kaplan kümmern sich um die Kaderplanung. Mustafa Oerdek ist gemeinsam mit seinem Bruder Eyyüp für den Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur sowie für die Finanzen und den Etat verantwortlich.

Allerdings wiederholte Serhat Kaplan am Freitag erneut, „dass er sich in Sachen Vereinsarbeit zeitlich sehr einschränken muss. Das tut mir weh, weil ich am SVN hänge. Mit Mustafa Oerdek haben wir einen guten Mann ins Management geholt. Das war mir wichtig.“