Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Die Dom-Uhus brüten wieder

Veröffentlicht von Tarek Abu Ajamieh am 16.04.2018.

Hildesheim - Im Kreuzgang des Hildesheimer Doms können Interessierte voraussichtlich auch in diesem Jahr wieder junge Uhus hautnah beobachten. Wie im Vorjahr brütet ein Uhu-Paar, das seit Jahren am Dom Junge aufzieht, auch in diesem Jahr wieder. Das hat Angelika Krüger, Lehrerin am benachbarten Josephinum und im Vorjahr Patin eines der drei damals geschlüpften Uhus, festgestellt.

Seit mehreren Jahren nisten Uhus jedes Jahr am Hildesheimer Dom. Zunächst in luftiger Höhe im Westwerk des Gotteshauses, im Vorjahr erstmals oberhalb des Kreuzganges. Genau dort, wo ihnen das Bistum einen Nistkasten installiert hatte, den die eigenwilligen Großeulen in den ersten Jahren allerdings geflissentlich ignorierten.

Wieder im Kreuzgang

Der neue Standort bietet sowohl den Uhus als auch ihren vielen Fans allerhand Vorteile. Gut für die Vögel: Anders als beim Westwerk stürzen die Jungen bei ihren ersten Flugversuchen nicht 30 Meter tief auf den offenen Domhof, sondern sie landen in einem von Mauern eingefassten und somit geschützten Bereich, der den in der sogenannten Infanteristenphase neugierig umherwandernden Tieren zudem viele Möglichkeiten bietet, sich unter Pflanzen oder hinter Mauervorsprüngen zu verstecken. Die einzige Sorge der Bistum-Verantwortlichen: Dass eins der Tiere ins Gotteshaus selbst entwischt, wenn gerade die Tür auf ist. Im Vorjahr passierte das allerdings nicht.

Dafür lösten die drei flauschigen Jungtiere einen regelrechten Ansturm interessierter Hildesheimer und neugieriger Touristen aus, den sie allerdings unbeschadet überstanden. Sie ließen sich sogar weitgehend klaglos beringen. Auch das Elternpaar ließ sich von dem Gewusel nicht hindern, Futter für den Nachwuchs heranzuschaffen.

Bis der geschlüpft ist – was bis spätestens Anfang Mai der Fall sein dürfte – können die Elterntiere allerdings viel Ruhe vertragen. Besonders schlecht wäre es, sollte sich die Mutter veranlasst sehen, das Gelege in dem Holzverschlag oberhalb des Kreuzgangs zu verlassen. Geht alles gut, dürften wieder drei Jungtiere am Dom herumstromern. So viele waren es in den Vorjahren auch meistens.