Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Neue Steingrube: Hier lässt´s sich bald entspannen

Veröffentlicht von Rainer Breda am 14.04.2019.

Hildesheim - Kaum hat die kleine Gruppe den Eingang ein paar Meter hinter sich gelassen, da schießt ein Arbeiter auf sie zu:„Das ist eine Baustelle.“ Doch genau deshalb sind die zwei Mitarbeiter der Stadt und der HAZ-Redakteur schließlich da. Bei der Verschönerungskur für die Steingrube läuft der Endspurt, in zwei Wochen will das Rathaus die Wege und weitere Teile der derzeit gesperrten Grünanlage freigeben.

Vor fünf Jahren hat die Stadt den nördlichen Steingrube-Teil für eine Million Euro umgestalten lassen, nun folgt der südliche Bereich. Er ist mit 14 500 Quadratmetern doppelt so groß wie der erste Abschnitt, auch die Kosten sind mit 1,4 Millionen Euro höher – wobei die Stadt nur 140 000 Euro aufbringen muss, den Rest zahlen Land und Bund.

Basketball, Boule, Balancier

„Heller, freundlicher, offener“ – so fasst Rathaus-Mitarbeiter Marco Köster zusammen, was nach dem Entwurf Susanne von Weymarns mit der ohnehin schon meistgenutzen Grünanlage der Stadt geschehen soll. Die Hildesheimer Landschaftsplanerin zeichnete bereits für den ersten Abschnitt verantwortlich, ihre Handschrift ist auch im zweiten unverkennbar.

Dessen neue Angebote richten sich – anders als die im nördlichen Bereich, die vor allem Kindern und Jugendlichen gelten – an alle Altersgruppen. Das Basketballfeld ist erneuert worden, ihm gegenüber finden sich jetzt eine Boule-Bahn, eine Balancier-Anlage (die Seile müssen allerdings mitgebracht werden) und ein Fitness-Parcours. Noch sind die fünf Geräte in dicke Plastikfolie gehüllt – doch die soll Anfang Mai verschwunden sein: Dann will die Stadt diesen Teil der Grünanlage freigeben, auch die Wege stehen wieder zur Verfügung. „Es ist schon ein Umweg, wenn man die Steingrube nicht durchqueren kann, sondern vom Scharnhorst-Gymnasium aus außen rum muss“, sagt Köster.

Fünf fest installierte Liegen

Doch auch nach der Freigabe werden noch Zäune im Park stehen. Zum einen, um den frisch gesäten Rasen in der Mitte der Anlage und auf dem einstigen Rosengarten zu schützen, wo künftig fünf fest installierte Liegen auf Nutzer warten. Und zum anderen, um die Jugendverkehrsschule abzusperren – damit sich der rote Asphalt, der die Anlage künftig (neben einem Zaun) abgrenzt, auftragen lässt. Es werde wohl bis Juni dauern, bis alles fertig sei, erklärt Köster: Dann steige auch die offizielle Einweihungsfeier.

Bei der könnte eine Ecke der runderneuerten Grünanlage wie ein Fremdkörper wirken: Der Schuppen der Verkehrsschule ist stehengeblieben. „Das ist eine Frage des Geldes“, erklärt die stellvertretende Rathaus-Sprecherin Marion Dobias. Nach derzeitigem Stand müsste die Stadt den Abriss und einen Neubau selbst zahlen, es gebe dafür keine Fördermittel, sagt Köster. Die Verwaltung prüfe gerade Finanzierungsmöglichkeiten.

Grünbereiche gewachsen

Auf eine andere mögliche Kritik ist die Verwaltung ebenfalls gut vorbereitet. So kursierte in der Politik die Sorge, die Umgestaltung der Steingrube könnte deren Anteil an versiegelten Flächen gesteigert haben. Das Gegenteil ist der Fall, berichtet Köster: Unterm Strich seien die Grünbereiche insgesamt sogar um 700 Quadratmeter gewachsen. Auch beim letzten Umbau-Abschnitt – der Wiese vor der „Stadtresidenz“ – werde die Stadt auf diesen Punkt achten, hatte Köster jüngst bereits der Politik versprochen. Und betont, ihr einen Entwurf rechtzeitig vorzulegen: „Bislang gibt es noch keinen.“