Hildesheimer Allgemeine Zeitung

In Hildesheim gedreht: Film ausgezeichnet

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 10.09.2019.

Hildesheim - Das in Hildesheim gedrehte Kinodebüt von Faraz Shariat hat beim wichtigsten deutschen Nachwuchspreis in Berlin abgeräumt. Bei der First-Steps-Preisverleihung wurde Shariats Film „Futur Drei“ am Montag als bester abendfüllender Spielfilm ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25 000 Euro dotiert. Das Darsteller-Trio Banafshe Hourmazdi, Eidin Jalali, Benjamin Radjaipour freute sich über die Ehrung mit dem mit 10 000 Euro dotierten Götz-George-Nachwuchspreis.

Die Produzenten Bernd Eichinger und Nico Hofmann haben die „First-Steps“-Preise 1999 ins Leben gerufen, um die besten Abschlussarbeiten von Filmhochschulen zu prämiert. Regisseur Faraz Shariat siegte mit einer freien Einreichung.

Locations in und um Hildesheim

„Futur Drei“ erzählt über junge Leute mit iranischen Wurzeln, über Liebe und Schwulsein: Der Sohn iranischer Eltern, Parvis, muss in einem Hildesheimer Flüchtlingsheim Sozialstunden ableisten. Dort verliebt er sich in den Iraner Amon. Hauptdrehorte des Nachwuchsfilms waren Locations in und um Hildesheim, zum Beispiel eine Wohnung auf der Marienburger Höhe oder das Cube am Hindenburgplatz (die HAZ berichtete). Gedreht wurde auch in Hannover, Gronau und Göttingen. Eigentlich sollte der Jugendfilm in Zusammenarbeit mit einem TV-Sender und einem Budget von einer Million Euro entstehen.

Als der Termin verschoben werden sollte, entschied sich Shariat für einen anderen Weg. Die Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen förderte den Film mit 100 000 Euro. Letztlich musste das Team mit 200 000 Euro auskommen: 25 Studierende managten an 26 Drehtagen 80 Komparsen, zehn Nebendarsteller und drei Schauspieler. Shariat wurde 1994 in Köln geboren und studierte Szenische Künste an der Universität Hildesheim. Gemeinsam mit Paulina Lorenz gründete der 25-Jährige 2016 dort das Filmkollektiv Jünglinge.

Wichtige soziale Themen

Die Jury von First Steps hob die Leichtigkeit hervor, mit der „Futur Drei“ wichtige soziale Themen behandele. Der Film erinnere an Truffauts Meisterwerk „Jules et Jim“, hieß es. Shariat sagte in seiner Dankesrede, sein Werk werfe die Frage auf, warum junge Menschen aus Migrantenfamilien auch nach Jahrzehnten nicht „Teil des nationalen Narrativs“ geworden seien. art/dpa