Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Dieses Kraftpaket ist neuer Quarterback der Invaders

Veröffentlicht von Andreas Kreth am 13.03.2018.

Hildesheim - Noch ist das Büro des neuen Invaders-Cheftrainers Matt LeFever in der Hildesheimer Innenstadt kaum eingerichtet. Deckenhoch hängen lange Regalbretter an einer Wand, ein paar Aktenordner und Büroutensilien stehen darauf, vor dem Balkonfenster ein Schreibtisch mit kleiner, geschwungener Konferenzecke. Aus dem Fenster des kleinen Apartments blickt der 39-Jährige herunter auf die Kardinal-Bertram-Straße. „Und man sieht von hier aus den schönsten Punkt in Hildesheim“, sagt er zu Shazzon Mumphrey, der neben ihm am Fenster steht. Der 24-jährige Hüne aus Louisville in Kentucky, ein dunkelhäutiges Kraftpaket, legt die Stirn in Falten. „Was meint er wohl?“, scheint der neue Quarterback der Footballer zu denken.

Mumphrey ist erst ein paar Tage in der Stadt und muss sich noch einleben. Für LeFerver war das einfacher, denn er kennt Hildesheim gut. War er doch von 2009 bis 2012 sowie in der Saison 2016 als Spieler und Assistant Coach schon bei den Invaders. „Hier habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Meine besten Freunde leben hier, viele kenne ich schon fast zehn Jahre“, sagt der Mann, der in Ocean City im Staat New Jersey aufgewachsen ist.

Die erste Wahl

Für ihn und Teammanager Ralf Rimrodt sei Mumphrey die erste Wahl für den wichtigen Posten des Quarterbacks gewesen. Er hat es in den USA bis in die Division 2 gebracht und spielte vergangene Saison beim dänischen Erstligisten Triangle Razorbacks. „Wir haben das Halbfinale knapp verloren“, erzählt der Spieler im breitesten US-Englisch. „Leider war ich leicht am Knie verletzt und konnte nicht mitmachen. Aber jetzt bin ist wieder topfit.“ Über den Winter war er daheim.

„Shazzon ist ein intelligenter, erfahrener und sehr vielseitiger Athlet, er kann gut werfen und ist ein prima Passgeber“, zählt der Headcoach auf. „Und ein guter Anführer.“ Vielleicht wird der Neue auf Anhieb einer der Kapitäne, die momentan noch nicht fest stehen.

Er sieht sich nicht als echten Profi

„Es gefällt mir in Deutschland, nach Hause fliege ich oft genug auf Besuch,“, erklärt der LeFever. In den USA spielte er einst für die Memphis Xplorers und Cape Fear Wildcats. Mit seinem Umzug nach Deutschland wechselte er 2006 zu den Hamburg Huskies und später zu den Kiel Baltic Hurricans. Auch seine weiteren Trainerstationen waren in der Bundesrepublik, 2013/14 beim Drittligisten Hannover Spartans und 2017 als Headcoach beim Fünftligisten in Starnberg.

„Hier hat man eine gute Gelegenheit, nach dem College im Football zu bleiben“, erklärt der Cheftrainer. Zwar macht er den Job bei den Invaders als Hauptberuf, als echten Profi sieht er sich trotzdem nicht: „Das ist etwa mit Amerika nicht zu vergleichen. Aber dennoch machen hier in Hildesheim alle einen guten Job – und wir haben tolle Sponsoren.“

Wo ist der schönste Punkt?

Matt LeFever sagt, dass das Trainerteam seines Vorgängers Joe Roman das spielerische Niveau der Invaders deutlich verbessert habe. Auch einheimische Spieler, die bei seinem ersten Umzug nach Hildesheim noch in der Jugend spielten, hätten in den Jahren eine prima Entwicklung gemacht. Als Beispiele führt er Phillip Raschke, den zweiten Quarterback Ludwig Bogdann und Konstantin Heldt auf.

Und wo ist nun für ihn der schönste Punkt in der Stadt? LeFever grinst und zeigt mit der Hand hin: „Da drüben, der Turm der Andreaskirche. Von dort oben hat man den schönsten Blick. Ich werde bald mit den Jungs wieder hochgehen.“ Die Invaders will er diese Saison in der Tabelle ebenfalls höher bringen als 2017. Auch das Kraftpaket aus Kentucky soll dabei helfen.