Hildesheimer Allgemeine Zeitung

E-Carsharing am Moritzberg in Hildesheim

Veröffentlicht von Norbert Mierzowsky am 12.06.2019.

Moritzberg - Car-Sharing für Mieter inklusive und ein Car-Sharing-Modell für die Moritzberger – alles mit E-Autos und Öko-Strom. Mit diesem Doppelmodell treten nun in Hildesheim der Energieversorger EVI und die Wohnbaugesellschaft gbg gemeinsam auf dem Markt. „Es ist ein Pilotprojekt und wahrscheinlich bislang einmalig in Deutschland“, schätzt Michael Bosse-Arbogast, Kaufmännischer Geschäftsführer der EVI.

Je eine Aufladestation wird es im derzeit neu entstehenden Wohntrakt Pippelsburg 6 bis 16 geben. Starttermin ist der Februar 2020. Eine Station ist in der Tiefgarage des Baus ausschließlich für die Mieter reserviert. Dort stehen den Bewohnern zunächst drei Elektroautos vom Typ Renault Zoe zur Verfügung. „Sollte der Bedarf steigen, kann man das Angebot erweitern“, kündigt gbg-Vorstand Jens Mahnken an. Er ist überzeugt, dass künftig die Themen Wohnen, Mobilität und Klima gemeinsam angepackt werden müssen. Und das funktioniere am besten mit Hilfe digitaler Technik.

Eigene Station für die Anlieger

Die haben die Projektpartner auch schon fertiggestellt. Sobald das Projekt Pippelsburg fertiggestellt wird, kann man sich eine entsprechende App auf das Mobiltelefon oder den Rechner herunterladen. Mit Hilfe der Software kann man die zur Verfügung stehenden E-Autos buchen, öffnen und per Pin-Code startklar machen. Besonderer Vorteil für die Mieter der gbg: Die ersten 1000 Kilometer sind kostenlos.

Die zweite Station ist eine Ladesäule auf den Parkflächen am Gebäude Pippelsburg 2. Auch dort können die gbg-Mieter, aber auch alle anderen Bewohner des Moritzberges eines von drei Autos buchen. Geladen wird ausschließlich mit Öko-Strom. Auch hierfür liefert die App den Zugang.

Zweitwagennutzer im Visier

Damit bietet die EVI zusätzlich zu den bereits bestehenden 16 Ladesäulen in Stadt und Landkreis Hildesheim zwei weitere Optionen – eine allerdings nur für die gbg-Mieter. Bosse-Arbogast glaubt, dass das nur der Anfang sein wird: „Die Nachfrage boomt, auch wenn die Industrie das Gegenteil suggeriert. Das Problem ist eher, die Autoindustrie kann nicht liefern.“ Allein bis jetzt hat die EVI in diesem Jahr 40 weitere Ladeboxen inklusive Photovoltaik-Technik an Privatpersonen ausgeliefert.

Noch richtet sich das neue Angebot vor allem an diejenigen, die mindestens einen Zweitwagen haben. Statistisch gesehen betrifft das ein Viertel aller Haushalte. Dieser Wagen werde pro Tag maximal ein bis zwei Stunden genutzt, rechnet Bosse-Arbogast vor: „Das kann man auch über Car-Sharing lösen.“

Vorstellung beim Richtfest

Weiterer Vorteil beim Thema Parkflächen: „Das entlastet auf Dauer die Stadt.“ 2020 geht es los. Ist die Nachfrage gut, werde weitergemacht, sagt der EVI-Chef.

Am Freitag, 21. Juni, stellen EVI und gbg gemeinsam ihr Projekt im Rahmen des Richtfestes Pippelsburg vor. Dort wird auch ein Exemplar einer digital nutzbaren Paketbox vorgestellt.