Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Werden die E-Scooter in Hildesheim zum Problem?

Veröffentlicht von Kimberly Fiebig am 08.10.2019.

Hildesheim - Sie sind schnell, türkis und jeder kann mit ihnen fahren, wenn er sich eine App aufs Smartphone lädt und bezahlen kann – E-Scooter. Seit gut zwei Wochen sind die elektrischen Flitzer in Hildesheim zugelassen. Aber friedlich geht es mit den Zweirädern nicht immer zu: In Hannover ist jüngst ein betrunkener E-Scooter-Fahrer bei Rot über eine Fußgängerampel gefahren und mit einem Auto zusammengestoßen. Auch in Bochum kam es zu einem Vorfall mit dem Roller: Zwei betrunkene Männer sollen einen E-Scooter von einem Übergang vor einen Tunnel auf die A 40 in Bochum geworfen haben. Auf dem Münchener Oktoberfest stoppte die Polizei in diesem Jahr 774 alkoholisierte Verkehrsteilnehmer, davon 414 auf E-Scootern. 254 von ihnen mussten ihre Führerscheine abgeben. Doch wie sieht die Bilanz nach zwei Wochen Verleih in Hildesheim aus?

E-Roller verbotenerweise zu zweit befahren

Seit dem 23. September verleiht die Firma Tier 130 Elektroroller in Hildesheim. Eine größere Anzahl am Hauptbahnhof, den Rest in Dreiergruppen im Stadtgebiet verteilt.„Ich habe bisher keine nachteiligen Berichte aufgenommen“, sagt Dirk Bettels, Ortsbürgermeister für Stadtmitte und Neustadt, auf Anfrage der HAZ. Er hatte unter anderem den Kontakt zur Firma Tier, die die E-Scooter in Hildesheim verleiht, hergestellt.

Und auch Polizeisprecher Jan Paul Makowski sind keine weiteren „Berührungspunkte“ mit den Elektrorollern bekannt. Es habe lediglich am 1. Oktober einen Vorfall gegeben: „Zwei 16-jährige Jungen sind mit einem Auto zusammengestoßen, als sie die Fahrbahn der Lüntzelstraße mit einem Leih-Scooter überqueren wollten.“ Die beiden befuhren zunächst verbotenerweise zu zweit einen E-Roller. Einer der Jugendlichen sei dabei leicht verletzt worden, weil das Auto, ein VW Touran einer 69-jährigen Hildesheimerin, über seinen Fuß gefahren sei. Am Scooter entstand laut Polizei ein geschätzter Schaden von 50 Euro. Beim Auto wurden der Kotflügel vorne rechts sowie die Beifahrertür beschädigt. Der Schaden wurde hier mit 4 000 Euro beziffert. Betrunken waren die Jungen laut Makowski nicht.

Beim Abstellen: zu geringe Restbreite

„Ansonsten ist in den zwei Wochen nichts weiter passiert“, so der Polizeisprecher. Die E-Scooter stünden artig in Reih und Glied, es habe keine derartigen Vorkommnisse wie in München oder Bochum gegeben.

Das bestätigt auch die Stadt. Bislang habe es keine gebündelten Beschwerden, sondern nur Einzelfälle gegeben. „Einmal wurde ein E-Scooter auf dem Gehweg in der Schuhstraße gesehen“, sagt Sprecherin Marion Dobias, „und bezüglich der Aufstellorte an der Marienburger Straße wurde die Kritik an den Aufsteller mit dringender Bitte um künftige Beachtung weitergeleitet“. Moniert wurde eine zu geringe Restbreite sowie, dass die Roller nicht auf den Blindenleitstreifen abgestellt werden dürfen.

Verleih von E-Scooter in Hildesheim weiterhin beobachten

Bisher scheinen sich die Rollerfahrer in Hildesheim im Vergleich zu anderen Städten also nahezu vorbildlich zu verhalten. Es gilt, zu beobachten, ob die E-Scooter weiterhin so bedächtig genutzt werden oder der Stadt und Polizei doch noch Probleme bereiten.