Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Ein Borsumer hilft Kanadas Bienen

Veröffentlicht von Christian Harborth am 09.10.2019.

Borsum/Truro - Der Borsumer Unternehmer Klaus Möller hat rund eine Million kanadische Dollar (etwa 700 000 Euro) in einen Imkerei-Zubehörladen in Kanada investiert. Hierhin hat er schon Jahrzehnte Kontakte. Das rund 300 Quadratmeter große Gebäude befindet sich in Truro, einer Kleinstadt in der kanadischen Ost-Provinz Nova Scotia.

Möller ist Geschäftsmann, deshalb will er mit seinem „Home of the Bee King – Golden Green“ auch Geld verdienen. Aber darüber hinaus ist er auch ein Idealist, der sich in Deutschland wie in Kanada für den Erhalt der Natur und den schonenden Umgang mit den Ressourcen einsetzt. Darauf weist schon der Name seiner kanadischen Unterfirma hin: Sustainable Recources. Übersetzt heißt das: „Nachhaltige Ressourcen“.

Als El-Puente-Gründer bekannt

Möller ist im Raum Hildesheim kein Unbekannter. Er gehört zu den Gründern des inzwischen weltweit agierenden Fair-Trade-Unternehmens El Puente, ist ein reger Hi-Land-Produzent und nicht zuletzt Chef eines kleinen Imkereitechnik-Ladens in Borsum. Wobei die Größe des Geschäfts täuscht: Der Laden wird von Imkern aus ganz Niedersachsen angesteuert. Honig, Wachskerzen und Bonbons gibt es überall. Aber Honigschleudern, Schutzanzüge oder Smoker, die aggressive Bienen fernhalten sollen, gibt es eben nicht an jeder Ecke.

Letzteres hat sich Möller auch in Kanada zunutze gemacht. Sein Geschäft unweit des Trans-Canada-Highways ist schon wegen seines gelb-braunen Anstrichs von weitem als Laden für Imker und andere Bienenfreunde auszumachen. In Deutschland ist die Imkerei in der Regel Liebhaberei. In Amerika gibt es Bienen-Farmer, die von ihrer Arbeit leben. Aber nicht vom Verkauf des Honigs. „In Amerika leben die Imker von der Bestäubung“, sagt Möller. Deshalb läuft sein„Home of the Bee King“ auch recht gut. Möller berichtet von „ein paar hunderttausend Dollar“ Umsatz pro Jahr. „Ich denke, dass wir demnächst profitabel sein werden“, sagt er. Möller ist der Präsident der von ihm gegründeten Limited, einer besonderen Gesellschaftsform.

Einst nach Kanada ausgewandert

Für die Betreuung des Ladens hat er einen Geschäftsführer eingestellt, der auch im Ort wohnt. Daneben gibt es einen weiteren Festangestellten. Das 300-Quadratmeter-Geschäft befindet sich auf einem 8000-Quadratmeter-Grundstück. „Wenn wir wollen, können wir das Geschäft auch irgendwann vergrößern“, sagt Möller.

Mit dem Land jenseits des Atlantiks verbindet ihn seit Jahrzehnten eine enge Beziehung. Möller war als junger Mann zeitweise nach Kanada ausgewandert, wollte eine Farm kaufen und sich niederlassen. Er kehrte nach Deutschland zurück – hat aber seit jener Zeit und seiner Zeit bei El Puente zahlreiche Kontakte in Länder der Welt. Noch immer ist er viel auf dem nordamerikanischen Kontinent unterwegs. Gerade ist er von der Apimondia zurückgekommen. Bei dem Treffen des Internationalen Verbands der Bienenzüchtervereinigungen reisten Imker aus der ganzen Welt in die kanadische Millionenstadt Montreal.

Die Nordamerikaner sind generell nicht für einen sparsamen Umgang mit ihren Ressourcen bekannt. Möller versucht trotzdem, seinen Idealismus auch nach Kanada zu tragen. Er hat eine Photovoltaikanlage auf sein Geschäft bauen lassen, um einen Teil des Stroms selbst zu produzieren. Und er hat versucht, stromsparende Heizungen ins Land zu holen. Doch hier stieß selbst ein findiger Unternehmer wie Möller an seine Grenzen (siehe Extratext).