Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Ein Sarstedter auf dem Weg nach Ruanda

Veröffentlicht von Kathi Flau am 12.06.2019.

Sarstedt - Noch gut zwei Monate, dann soll es für Florian Wilk losgehen. Und zwar nach Ruanda. Dort absolviert der 22-Jährige ab Mitte August sein Freiwilliges Soziales Jahr.

Was ihn um die halbe Welt in das ostafrikanische Land zieht, ist aber weniger ein ausgeprägtes Sendungsbewusstsein. „Es ist jetzt nicht so, dass ich denke, die Menschen dort bräuchten Leute wie mich und unser Wissen unbedingt. Sie haben ihr eigenes Wissen, ihre eigene Kultur.“

Vielmehr sieht er seinen Einsatz als Möglichkeit zum gleichberechtigten Austausch: „Ich kann mir zwar schon gut vorstellen, später etwas in der Entwicklungshilfe zu machen. Mein Berufswunsch zielt genau in diese Richtung. Das hier aber ist keine Entwicklungshilfe, das ist eine Entwicklungszusammenarbeit.“

Ein Riesenunterschied für den 22-Jährigen. An seinem Einsatzort im Distrikt Nyanza wird er in der Landwirtschaft helfen. Er wird Nachhilfeunterricht in Englisch für Kinder organisieren und Workshops. Und er wird Verwaltungstätigkeiten übernehmen. So jedenfalls stand es auf der Seite des Auswärtigen Amtes, das den Freiwilligendienst in seinem „weltwärts“-Programm ausschrieb. „Ich mache das Notwendige“, sagt Wilk. Und was genau das dann ist, das sehe ch ja dann vorort.“

Bis es losgeht, hat er allerdings noch einiges zu tun. Sich impfen lassen zum Beispiel. „Man braucht natürlich alle Standardimpfungen“, erzählt er, „aber unbedingt auch diegegen Gelbfieber.“ Ohne den Nachweis dieses Impfschutzes verweigert Ruanda – wie viele afrikanische Länder – die Einreise.

Was Wilk noch braucht, ist Geld. Zwar werden ihm Flug, Unterkunft, Verpflegung und auch die notwendigen Impfungen zu drei Vierteln vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bezahlt, Was bleibt, sind die Kosten für das Visum und ein Eigenbeitrag von 3 000 Euro.

„Um den zusammenzukriegen, ist es wichtig, sich einen Förderkreis aufzubauen“, sagt Wilk. Er hat einen kleinen Text über sein Vorhaben geschrieben, den er zusammen mit allen nötigen Informationen verteilt und so um Spenden wirbt. „Bis zum 10. Juli muss ich den Gesamtbetrag aufbringen“, erzählt er, „und notfalls durch einen Eigenbetrag aufstocken.“

Er hofft, sagt er, diesen Anteil möglichst gering halten zu können , sein Erspartes muss für das ganze Jahr reichen. „Deshalb fände ich es super, wenn da ein bisschen was zusammenkäme.“ Potentielle Unterstützer erhalten ab einem Betrag von 20 Euro eine Spendenquittung und erreichen Florian Wilk am besten unter seiner Mailadresse floriwilk@gmx.de. Was er dann genau in Ruanda macht, wird er in einem Blog dokumentieren.