Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Ein Trial-Weltmeister setzt zum großen Sprung an

Veröffentlicht von Andreas Kreth am 13.06.2018.

Hildesheim - Den Zuschauern stockt der Atem. Marco Thomä beschleunigt mit seinem 20-Zoll-Rad, nimmt den Schwung durch Gewichtsverlagerung seines Körpers mit in die Höhe und springt über fünf Personen, die am Boden liegen. 1250 Schüler spenden tosenden Applaus.

Hochsprung gegen einen Schüler

Der Auftritt des 30-jährigen Trial-Weltmeisters von 2006 und 2002 ist am Mittwoch der Clou des Schulfestes der RGB mit allen Klassen von 5 bis 12 auf dem Platz der Invaders. Der Chemnitzer hüpft auf dem Rad die Tribüne hinunter, springt auf mitgebrachte Rampen und Tische, balanciert auf Vorder- oder Hinterrad und verliert einen Hochsprung gegen den Schüler Peter Werchan (17) nur knapp bei der Höhe von 1,15 Metern. Der erwähnte Satz über drei Lehrer und zwei Schüler ist sein spektakulärer Schlusspunkt. „Dabei ist noch nie etwas passiert. Aber ich bin auch versichert“, sagt der Amateur, der an der Technischen Universität Chemnitz arbeitet. Etwa 15 derartige Shows macht er im Jahr.

„Hast du dich schon mal schwer verletzt?“, fragt Moderator Merlin Passmann (10). „Nein, noch nie“, antwortet der Radsportler. Eine Narbe am rechten Bein hat er sich gerade bei den Ostdeutschen Meisterschaften geholt. „Nicht der Rede wert, wichtiger war mein zweiter Platz.“

Marco Thomä hat den Bogen raus

Beim Trial geht es mit einer Art BMX-Rad über Hindernisse – ohne Sattel, dafür mit besseren Bremsen und breiteren Reifen. Fahren, Hüpfen und Springen erfordern Körperbeherrschung, Kraft und Mut. Marco Thomä hat den Bogen raus.

Übrigens ging das Lehrer-Schüler-Duell beim Sportfest mit 4:3 an die Schüler. Nun müssen sie 2019 den neuen Wanderpokal verteidigen.