Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Elf Poetry-Slammer treten im Thega an

Veröffentlicht von Martina Prante am 11.07.2019.

Hildesheim - Wer wird diesmal zum Sieger gekürt? Die erst 21-jährige Mia Heuse, die in ihren Gedichten gern Rätsel aufgibt, Slam-Senior Eberhard Kleinschschmidt, der als 79-Jähriger viele Geschichten aus seinem Leben zu erzählen weiß, Stand-up-Comedian Nick Duschek, der auch schon mal den moralischen Zeigefinger erhebt. Oder kann Vorjahressieger Matti Linke aus Celle mit seiner nachdenklichen Lyrik das Publikum wieder überzeugen.

Elf Poetry-Slammer – die Gewinner des Wettbewerbs im LitteraNova der vergangenen elf Monate – kommen am 31. Juli zum großen Finale in den Thega-Filmpalast. Martin Frank, Gründer des etepetete-Kulturfördervereins und selber Slammer, hat eingeladen. Zum zweiten Mal geht das Finale im Thega 6 über die Bühne: „Ich liebe das Kino“, formuliert der 29-Jährige.

Das Publikum entscheidet mit

Der monatliche Dichterwettstreit hat sein Zuhause im LitteraNova. Die Kandidaten werden eingeladen oder bewerben sich. Fünf Minuten hat jeder Teilnehmer Zeit, seinen selber geschriebenen Text vorzutragen. Requisiten sind nicht erlaubt, sonst gibt es Punktabzug. Das Publikum entscheidet mit Wertungstafeln von 1 bis 10 über die Leistung, außerdem geben sieben Jurymitglieder ihre Noten ab.

Über die Eintrittsgelder finanziert Martin Frank, der nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann seit drei Jahren Kulturwissenschaften studiert, Fahrtkosten und Gagen der Künstler. „Wenn etwas übrig bliebt, fließt das Geld in die Poetry-Slam-Workshops, die der etepetete Kulturförderverein an Schulen anbietet. „Ein Konzept vom kreativen Schreiben über den Finanzierungsplan bis zum Aufführungsformat“, ist Frank stolz über das Halb-Jahres-Angebot. Den Kulturförderverein hat Frank vor zwei Jahren mit Laura Maria Pecorelli gegründet, „inzwischen sind wir elf Mitglieder“.

Vom Publikumslachen abhängig

Er selber steht seit zehn Jahren als Slammer auf der Bühne: „Nach dem ersten Versuch war ich sofort vom Lachen des Publikums abhängig“, erinnert er sich mit einem Schmunzeln. Aber Slamtexte müssen nicht witzig sein, sie können auch sentimental, nachdenklich oder politisch daherkommen. „Das reicht von Lyrik über Prosa und Erzählungen bis zum Teil von wissenschaftlichen Arbeiten.“ Erlaubt ist alles, was das Publikum in Atem hält. „Die sind sehr kritisch und finden schnell heraus, wenn jemand wenig authentisch ist“, weiß Frank.

Im Finale Ende Juli stehen vier Künstler aus Hildesheim, sieben aus der weiteren Umgebung. Die Alters-Spannbreite reicht von 21 bis 79 Jahren. Zur Auflockerung spielt Singer/Songwriter Janni B. auf. Beim ersten Finale im vergangenen Sommer begeisterten sich 200 Zuhörer an den Wort-Akrobaten. Diesmal hofft Frank, dass die 220 Plätze im Thega voll werden.

Tickets für das Poetry-Slam-Jahresfinale sind für 15, ermäßigt 10 Euro im Thega zu kaufen oder unter info@etepetete-kultur.de zu reservieren. Das Finale beginnt am Mittwoch, 31. Juli, um 20 Uhr im Filmpalast.