Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Eltern kritisieren: Busse lassen Kinder stehen

Veröffentlicht von Christian Harborth am 16.05.2018.

Hildesheim - Stadt-und Regionalverkehr sehen sich nach der Einführung des neuen Liniennetzes und überstandener Grippewelle zurück in der Spur. Doch viele Fahrgäste haben daran offenbar Zweifel. Beim Treffen des Stadtelternrats am Dienstagabend im Rathaus sah sich Kai Henning Schmidt, Geschäftsführer der beiden Unternehmen, mit erheblicher Kritik konfrontiert.

Mehrere Eltern und Vertreter des Gremiums berichteten von zahlreichen Busausfällen, überfüllten Fahrzeugen und davon, dass sie am Ende lieber ins Auto stiegen, um sicherzustellen, dass die Kinder pünktlich zum Unterricht kommen. „Das Thema brennt vielen Eltern unter den Nägeln“, sagte die Vorsitzende des Stadtelternrats, Kirstin Seidel. Sie berichtete von vielen Beschwerden, die inzwischen bei SVHi und RVHi eingegangen seien. „Viele davon wurden im Übrigen nicht beantwortet“, erklärte sie.

Schmidt wies die Kritik zurück. „Wir nehmen Beschwerden sehr ernst“, sagte er. Zudem setzten die Transportunternehmen seit der Umstellung mehr Busse ein. Ganz konkret seien zudem die Anbindungen an die Michelsenschule und die Waldorfschule verbessert worden. „Wir reagieren schon.“

Mutter berichtet von chaotischen Zuständen

Mehrere Mütter und Väter trugen anschließend Beispiele vor, die ein anderes Bild der derzeitigen Situation skizzierten. Eine Mutter aus dem Bockfeld, deren Kind das Josephinum besucht, berichtete von chaotischen Zuständen gegen 13 Uhr an den Haltestellen Schuhstraße und Museum.“ Gerade zur Mittagszeit weiß man doch, dass da viele Schüler stehen, wieso setzen Sie da kurze Busse ein?“, fragte sie. Ein Vater berichtete von Situationen wie bei der Metro in Tokio. „Da muss man von draußen schieben, damit alle reinpassen.“ Andere, überfüllte Fahrzeuge führen einfach weiter. Die Kinder müssten dann lange auf den nächsten Bus warten. In manchen Fällen sogar eine Stunde oder länger. Schmidt versprach, zu prüfen, ob an manchen Orten künftig lange Gelenkbusse eingesetzt werden können.

Dirk Bettels, der sich als Vater und nicht als Ortsbürgermeister der Stadtmitte vorstellte, erklärte, dass in Hildesheim rund 10 000 Schüler auf engstem Raum transportiert werden müssten. „Der Stadtverkehr ist gefordert, hier für optimale Bedingungen zu sorgen.“

Der Bavenstedter Oliver Kersten-Wilk, der auch als Elternvertreter im Schulausschuss mitarbeitet, berichtete von untragbaren Zuständen in seinem Ortsteil. Zahlreiche Busse fielen aus, so dass weder der Transport seiner Kinder zur Schule noch seine eigene Fahrt zur Arbeit garantiert seien. Mitunter falle die Hälfte der Fahrten aus. SVHi-Chef Schmidt zeigte sich irritiert, versprach aber nachzuhaken.