Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Start Up aus Alfeld setzt auf aktuellen Trend

Veröffentlicht von Thomas Wedig am 18.04.2019.

Alfeld - Und das soll funktionieren? Diese Frage musste sich Gill Jörn Hartkopf schon von manchem Zweifler anhören, seit er sein Start-up-Unternehmen plant. Ausgerechnet im etwas abgelegenen Alfeld verwirklicht Hartkopf seine Idee, Esstische aus Massivholz direkt ohne die üblichen Umwege des Marktes anzubieten. Die Tische können Kunden sich zum Teil in einem „Showroom“ anschauen und dann individuell die Holzplatten und Stahlgestelle zusammenstellen.

Zwischenhandel entfällt

Und ja, es funktioniert – zumindest zeigt sich Hartkopf über die Resonanz während der ersten beiden Geschäftswochen von TischDirekt.de begeistert. Kundschaft reiste aus dem weiten Umland an, kam aus Paderborn ebenso wie aus Göttingen. Ein Grund ist offenbar der Preis, zu dem Hartkopf die Tische anbieten kann. Der Zwischenhandel entfällt, dadurch liegt der Preis in der Regel mehrere hundert Euro niedriger als im üblichen Möbel-Einzelhandel.

In Alfeld hat Hartkopf, der selbst von dort kommt, das gefunden, was er ansonsten vergeblich in der ganzen Region gesucht hatte: eine Werkhalle mit Loftcharakter und Platz für den Ausstellungsraum, Lager und einen kleinen Bürotrakt. Der Standort soll nur der Anfang sein. Das Konzept ist von Anfang an auf Wachstum ausgelegt. Der 33-Jährige kann sich vorstellen, bald Schauräume in den nahen Großstädten einzurichten. Vielleicht sei sogar eine bundesweite Entwicklung drin, meint der Alfelder.

Es geht auch um Lifestyle

Mut macht ihm die neue Rolle, die der Esstisch heutzutage in Familien spielt. „Der ist zum zentralen Treffpunkt geworden“, sagt Hartkopf. Die Folge: Der Esstisch ist meist viel größer als früher, und die Kunden investieren mehr Geld in ein schickes Exemplar. „Da geht es auch um Lifestyle“, weiß der Jung-Unternehmer und setzt auf die Ausstrahlung seiner Tische: natürlich, rustikal, nichts von der Stange.

Dazu passt auch, dass dem Kunden überlassen bleibt, ob er die letzte Behandlung der Holzoberfläche mit einem Spezialöl selbst übernimmt. „Für manchen wird der Tisch auf diese Weise zum Projekt“, sagt Hartkopf. Ein weiteres Pfund, mit dem er wuchern will: Im „normalen“ Möbelhandel seien die Lieferzeiten in der Regel um ein Vielfaches länger, berichtet er. Massivholz-Tische sind im Trend. Den hat Hartkopf erkannt und gedacht: Da müsste doch was zu machen sein.

Auch in Australien tätig

Ein Fan von Holz ist er schon lange. Zimmermann hat er gelernt und hatte dabei auch mit Fachwerkrestaurierung zu tun. Später hatte er in Manufakturen mit hochwertigem Holz gearbeitet, kümmerte sich verstärkt auch um Marketing. Bei zwei längeren Aufenthalten in Australien lernte er das internationale Geschäft kennen. Für die nächsten Schritte von TischDirekt.de fühlt sich Hartkopf also gewappnet.