Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Hildesheimer Band Alloy b.c. dreht Video mit Eva Habermann

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 12.08.2019.

Hildesheim - Ein altes Backsteinhaus am Bahnhof von Emmerke. Im Inneren eine feines Restaurant, in dem sich bei Kerzenschein Paare in Abendgarderobe vertraulich in die Augen schauen. Im Hintergrund spielt eine Band eine Ballade. Der große Saal ist in düster-romantisches rotes Licht getaucht, alles deutet auf ein harmonisches Candlelight-Dinner hin. Doch dann das: Das Paar im Vordergrund fängt an, sich den Rotwein übers Haar zu kippen, es folgen verschiedene durch die Luft geschleuderte Essensgänge, bis von der eben noch so perfekten Kulisse ein einziges Schlachtfeld übrig bleibt.

Ein Filmteam verfolgt das Ganze aufmerksam. Plastikplanen schützen die weißen Wände vor Essenspartikeln, Scheinwerfer beleuchten das Spektakel. Es sind Szenen zum neuen Musikvideo der Hildesheimer Band Alloy b.c., die sich zur Verfilmung ihres Songs „Saturday Night“ prominente Unterstützung geholt hat: Lars Oppermann, in dessen Tonstudio die Band ihre Songs aufgenommen hat und der auch schon als Regisseur beider „Los Veganeros“-Filme auf sich aufmerksam gemacht hat, führt Regie. Und als Pasta schmeißende Exzentrikerin wurde die Schauspielerin Eva Habermann engagiert, die schon in Serien wie dem „Tatort“ oder „Das Traumschiff“ mitgespielt hat.

Musikvideo als willkommene Abwechslung

Fragt sich natürlich, warum sich eine erfolgreiche und vielbeschäftigte Schauspielerin in einem Dorf bei Hildesheim für ein Musikvideo mit Essen bewerfen lässt. Doch die Antwort ist simpel. Ein Dreh wie dieser sei mehr Entspannung denn Arbeit, erklärt die Hamburgerin. Außerdem sei sie froh, ihre guten Bekannten Lars Oppermann und Jelly Francis Gaviria, wiederzusehen, mit denen sie schon bei „Los Veganeros 2“ zusammengearbeitet hat. Es sei zudem eine schöne Abwechslung, mal ein Musikvideo zu drehen, da diese künstlerischer seien und man – statt eine kompletten Geschichte zu erzählen – eher „Stimmungsbilder entstehen lässt“.

Es ist ein munteres und reges Treiben bevor es mit dem Drehen losgeht. „Wie lange braucht ein Wackelpudding im Kühlschrank?“, schallt es durchs Set, der Schlagzeuger der Band ist kurz nicht aufzufinden, da er noch schnell Salat von McDonalds holen muss. Die Crew fächert sich bei der hochsommerlichen Hitze Luft zu. Doch als der Dreh anfängt, geht alles ganz flott. Man merkt den beiden Protagonisten ihre Freude am Spielen an, auch der fünfte Spaghettiwurf wird voller Leidenschaft performt.

Mehrere Eskalationsstufen

Verschiedene Eskalationsstufen markieren die große Essensschlacht: Rotwein, Spaghetti, Salat (dramaturgisch wichtige Reihenfolge, da der Salat so schön an der Tomatensauce auf Eva Habermanns rotem Abendkleid kleben bleibt), Wackelpudding, Torte. Was wahlweise sehr amüsant oder aber auch sehr verschwenderisch klingen mag, hat durchaus einen ernsten Hintergrund, erklärt Regisseur Lars Oppermann. Er habe sich die Szene zusammen mit den fünf Musikern von Alloy b.c. ausgedacht, gerade um auf die große Verschwendung von Lebensmitteln aufmerksam zu machen. Sein Bewusstsein für die Thematik Lebensmittel und Konsum hatte er schon in den „Los Veganeros“-Filmen bewiesen, in denen humorvoll für die vegane Lebensweise geworben wird.

Doch eine zweite Komponente schwingt auch noch im Drehbuch mit. Nach der Schlacht steht sich das Paar, gleich dem Pistolenkampf in einem Westernfilm, feindselig gegenüber. Doch was in der kompletten Eskalation enden könnte, mündet in Versöhnung.

Das Video zu „Saturday Night“ geht am 5. Oktober online. Schon am Samstag, 17. August, ist ein Teaser des neuen Songs „Sensational“ bei Youtube zu sehen. Am selben Tag spielt die Band um 16 Uhr beim Radio-Tonkuhle-Fest auf der Musikschulbühne. Ende des Monats folgt ein Teaser-Video zu „Amazing“. Das komplette neue Album „Right Here“ stellt Alloy b.c. am 18. Oktober im Litteranova vor.