Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Gewerkschaft und FDP fordern mehr Geld für Lehrer

Veröffentlicht von dpa am 12.09.2018.

Hannover - Einen Tag vor der geplanten Demonstration von Lehrern für bessere Bezahlung hat die FDP Niedersachsens Kultusminister aufgefordert, schnell einen Stufenplan zur Anhebung der Besoldung von Grund, Haupt- und Realschullehrern vorzulegen. Im Haushaltsplan 2019 sei dies nicht vorgesehen, bemängelte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling, am Mittwoch im Landtag. „Warum wundern Sie sich eigentlich, dass Sie nicht so viele Lehrkräfte nach Niedersachsen bekommen, um nur im Ansatz eine Unterrichtsversorgung von 100 Prozent zu erreichen? Weil Sie diese Maßnahmen liegenlassen.“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will am Donnerstag vor den Landtag ziehen und für bessere Arbeitsbedingungen demonstrieren. Zu den zentralen Forderungen der GEW gehört, dass Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen in Niedersachsen künftig genausoviel verdienen sollen wie Studienräte an Gymnasien, die sogenannte Gehaltsstufe A13. Bislang verdienen die Pädagogen an den anderen Schulformen deutlich weniger als ihre Kollegen an Gymnasien - aus Sicht der GEW ein wichtiger Grund dafür, dass es besonders schwer ist, für Grund-, Haupt-, und Realschulen Lehrer zu finden. In mehreren Bundesländern, darunter Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Berlin, gibt es schon Bestrebungen, die Bezahlung anzupassen.

Krankenstand und Frühpensionierung abbauen

Darauf verwies auch Försterling in der Landtagsdebatte. Sollte sich an der Besoldung in Niedersachsen nichts ändern, drohe auch in Zukunft, dass sich frisch ausgebildete Lehrer für ein anderes Bundesland entscheiden, warnte der FDP-Politiker.

„Ihre Forderungen sind zu kurz gesprungen, weil sie keine Gesamtlösung zu bieten haben“, entgegnete Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Er verwies darauf, dass die Landesregierung die Besoldung für Schulleiter kleiner Grundschulen bereits auf A13 angehoben habe. Das Kultusministerium stelle die bisherige Besoldungsstruktur auf den Prüfstand und arbeite an einer besseren Bezahlung für Grund-, Haupt-, und Realschullehrer. „Das Theme steht sehr weit oben auf unserer Agenda“, betonte der Minister. Einen Zeitrahmen für die Vorlage eines Stufenplans, den er im Januar angekündigt hatte, nannte er jedoch nicht.

Auch die GEW fordert von Tonne so schnell wie möglich die Vorlage des Stufenplans. Mit der Demonstration vor dem Landtag will sie ihrer Forderung Nachdruck verleihen. Die Unzufriedenheit in den Kollegien sei wegen des Lehrer- und Fachkräftemangels sehr groß, sagte die Landesvorsitzende Laura Pooth der Deutschen Presse-Agentur. „Und wir haben im Moment den Eindruck, dass die Regierung das zwar alles sieht, aber nicht die entscheidenden Stellschrauben dreht.“ Neben einer besseren Bezahlung sei auch die Absenkung der Unterrichtsverpflichtung nötig. Denn dies könnte dazu beitragen, den hohen Krankenstand und den hohen Anteil an Frühpensionierungen zu mindern.