Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Filmstars in Sarstedt: ein Zaun aus Minions

Veröffentlicht von Kimberly Fiebig am 20.04.2019.

Sarstedt - Sie sind klein, gelb, tragen blaue Latzhosen, runde Schutzbrillen und stehen in Reih und Glied nebeneinander: Die Animationsfiguren „Minions“ (englisch für „loyale Diener“ oder „Gehilfen“) aus dem gleichnamigen amerikanischen Film von Universal Pictures. 47 von ihnen zieren seit kurzem das Gelände von Smart Repair Sarstedt (SRS) in der Ziegelbrennerstraße 29. Und es sollen noch mehr Minions werden.

Online im Gespräch

Schon einige Tage sind die an das Innere von Ü-Eiern erinnernden Männchen Dauer-Thema auf Facebook. Sämtliche Fotos der Minions landeten im Netz und machten die Runde. „Sie haben eben fröhliche Farben und sind schnell zu machen“, sagt Dennis Jones, Mitarbeiter von SRS, über die mit Fassadenfarbe bemalten Autoreifen. Sein Kollege Steve Heinrich und er kamen auf die Idee für die gelben Figuren, als sie ein Zelt auf dem Firmengelände ausgemistet haben. „Da war lauter altes Zeug drin, Reifen und Felgen“, erzählt Heinrich. Die Männer überlegten, ob sie all das entsorgen sollten, oder ob es eine andere Verwendung dafür geben könnte. „Da kam uns die Idee, die Reifen zum Zaun umzubauen. Aber ein Zaun aus schwarzen Autoreifen sieht halt natürlich blöd aus“, sagt der 38-Jährige Heinrich und lacht. „Upcycling“ nennt sich diese Methode, bei der scheinbar nutzlose Dinge in neuwertige Produkte verwandelt werden. Einige der Reifen habe SRS auch von Kunden und befreundeten Firmen geschenkt bekommen. „Bevor die Leute sich die Mühe machen und die Reifen entsorgen, was Geld kostet, bringen sie sie lieber zu uns“, meint Jones.

Minions sind großer Aufwand

Fünf bis sieben Stunden brauchen die Männer für einen Minion. „Es kommt ganz darauf an, wie groß und aufwändig er werden soll“, erklärt Jones. Manche Minions bekommen Gitarren oder andere Accessoires aus Styropor, auf dem die Fassadenfarbe länger trocknen muss. Außerdem können sie nur Minions herstellen, wenn das Wetter gut ist – damit die Farbe überhaupt trocknet. „Das Trocknen dauert wirklich am längsten“, sagt Heinrich, der gelernter Lackierer ist. Er kam vor fünf Jahren nach Sarstedt und stieg in die Firma seines Freundes, Michael Wienold, ein.

SRS bietet einen Service rund um die optische Fahrzeugaufbereitung an, wie beispielsweise Lackgestaltung, Airbrush, Kratzer-Entfernung und Dellendrücken. Jones und Heinrich wohnen außerdem in einem historischen Industriegebäude auf dem Firmengelände.

Mehr Figuren geplant

Zu den bereits vorhandenen 47 Minions sollen noch „mindestens 70 bis 80“ dazu kommen. Die beiden Männer wollen den entstehenden Zaun dann auch bepflanzen. „Hier halten täglich Leute und schießen Fotos“, erzählt Jones, der gelernter Schlachter ist. „Auch Polizisten stehen hier oft, um Bilder zu machen“, stimmt Heinrich zu. Der Plan ist es, wenn der Minion-Zaun fertig ist, noch weitere Autoreifen zu bemalen. „Figuren aus den „Simpsons“ und aus „Star Wars“ sollen dazukommen“, erzählt Heinrich. Ideen seien genügend da, die Zeit werde neben den Kundenaufträgen aber manchmal knapp.

„Die Arbeit macht uns aber Spaß“, sagt der 40-jährige Jones. Sie fangen morgens um 9 an und arbeiten „bis open end“. „Wir können hier unsere künstlerische Ader ausleben“, erklärt Heinrich und lächelt. „Wir machen alles, was Spaß macht“, stimmt ihm Kollege Jones zu.