Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Freden kriegt nun doch Geld fürs Freibad

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 02.04.2019.

EU und Land geben zusammen 750 000 Euro für umfangreiche Sanierung / Arbeiten sollen im Spätsommer beginnen

Von Tarek Abu Ajamieh

Freden. Die Gemeinde Freden kann ihr Freibad nun doch sanieren. Die Kommune bekommt 750 000 Euro Fördergeld – eine halbe Million von der EU und 250 000 vom Land. Im Vorjahr war ein entsprechender Antrag der Fredener noch gescheitert. Der idyllisch gelegenen, aber baulich maroden Einrichtung drohte das Aus. Doch gestern übergab Heike Fliess, Chefin des Amtes für Regionale Landesentwicklung (ARL) in Hildesheim, den Förderbescheid an Fredens Bürgermeister Wolfgang Heimann.

Der strahlte bei dem Termin wie ein Honigkuchenpferd – anders als im Vorjahr. Da war Freden mit seinem Förderantrag noch gescheitert. Heimann war stinksauer auf das Land, das für die Verteilung der EU-Mittel zuständig ist. Und viele Fredener, gerade auch die Mitglieder des Freibad-Fördervereins, waren sauer auf Heimann – weil er es aus ihrer Sicht versiebt hatte, das Geld nach Freden zu holen.

Der Bürgermeister machte gestern aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Ich hatte schon aufgegeben.“ Doch der Landtagsabgeordnete Volker Senftleben, der Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal (beide SPD) und auch ARL-Chefin Fliess hätten ihn ermutigt, doch noch einen neuen Antrag zu stellen. Fliess und ihre Behörde berieten ihn dabei – offenbar mit Erfolg: „Die Gemeinde Freden hat einige Aspekte, die für das Punktesystem zur Bewertung der Anträge wichtig sind, noch stärker hervorgehoben“, berichtete Fliess. Nun ist Freden eine der wenigen Kommunen, die mit ihrem Ansinnen auf EU-Geld durchkam. Freden selbst muss nur einen Bruchteil beisteuern.

Eine große Rolle habe dabei gespielt, dass seit 23 Jahren ein Förderverein das Bad betreibt, betonte Fliess und lobte „außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement“. Auch ökologische Aspekte hätten eine Rolle gespielt. So brauche das Bad weniger Wasser. Allein schon, weil aktuell durch marode Leitungen 1000 Kubikmeter im Monat flöten gehen – ein Drittel der Kapazität des Beckens. Das soll zudem durch eine Trennung von Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich kleiner werden.

„Damit setzt das Land ein klares Signal, wichtige Infrastruktur im ländlichen Bereich zu erhalten“, betonte Volker Senftleben. Parteifreund Bernd Westphal griff noch ein Regal höher: „Damit zeigt Politik, dass sie nicht nur Banken retten kann“, meinte er.

Voraussichtlich Mitte August schließt das Bad, im Idealfall ist die Sanierung bis zum Frühjahr 2020 abgeschlossen.