Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Demo für Toleranz

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 10.09.2018.

Hildesheim - Unter dem Motto „Herz statt Hetze“ wollen am Mittwoch, 12. September, die Teilnehmer einer vom DGB angemeldeten Demonstration durch die Innenstadt ziehen. Start ist um 17 Uhr am Hauptbahnhof, die Abschlusskundgebung soll gegen 19 Uhr vor dem Rathaus sein. Ausdrücklich hinter den Aufruf zur Demo hat sich auch die SPD Hildesheimer gestellt. Man wolle ein Zeichen „für ein solidarisches Miteinander, für Mut und Zivilcourage, für Vielfalt und volle gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen“ setzen, heißt es auf der Facebookseite des Stadtverbands, und weiter „Wir wenden uns gegen Hetze und Gewalt.“

Pladoyer für Menschlichkeit

Die Sozialdemokraten wollen die Demo offenkundig auch nutzen, um neben einem Plädoyer für Toleranz und Mitmenschlichkeit politische Botschaften zu verkünden, und zwar solche, die sich gegen den großkoalitionären Innenminister Horst Seehofer richten. Davon rückten sie aber wieder ab.

Der CSU-Mann hatte zuletzt in der ohnehin aufgeheizten Debatte um die Ereignisse von Chemnitz mit dem Statement „Migration ist die Mutter aller Probleme“ für Proteste in der Opposition, aber auch beim Berliner Koalitionspartner SPD gesorgt.

Die Hildesheimer SPD bietet vor der Demonstration online Plakatvorlagen zum Ausdrucken mit eindeutigen Botschaften an. Dort stehen unter anderem „Nicht Migration ist die Mutter aller Probleme, sondern Dummheit“ und „Ich habe Respekt vor allen Menschen. Außer Nazis“ zur Auswahl. Auch die ganz konkrete Forderung „Seehofer ist nicht mein Innenminister. Ablösung sofort“ wollte die SPD beim Demonstrationszug gerne sehen – zunächst. „Wir greifen damit Stimmen auf, die in unserer Partei laut werden“, erklärte der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Dirk Schröder. Er selbst teile die Meinung, dass Seehofer im Amt eine Fehlbesetzung sei. Und mehr noch: „Wenn er so weitermacht, sollte man die Große Koalition beenden.“

SPD rudert zurück

Die Seehofer-Plakatvorlagen hatte die SPD im Laufe des Tages entfernt, so Schröder. Denn CDU-Chef Frank Wodsack habe sich bei der SPD gemeldet und mit Blick auf diese Plakate darauf hingewiesen, dass er keine Möglichkeit habe unter diesen Umständen CDU-Mitglieder zu überzeugen, an der Demo teilzunehmen.

Klaus Schäfer vom Bündnis gegen Rechts ist vor allem wichtig zu zeigen, „dass die Mehrheit der Gesellschaft nicht fremdenfeindlich und rassistisch eingestellt ist.“ Die Veranstalter haben bei der Stadt 300 als erwartete Teilnehmerzahl zunächst angemeldet – er hoffe aber auf „deutlich mehr“, sagt Schäfer. Gegendemonstrationen sind nach Auskunft von Stadtsprecher Helge Miethe bislang nicht angemeldet.

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