Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Geht´s am Hohnsensee bald richtig rund?

Veröffentlicht von Rainer Breda am 12.01.2019.

Hildesheim - Im Gespräch ist die Idee seit längerem. Doch nun könnte es tatsächlich zum Bau eines Rundwegs kommen, der auf voller Länge am Ufer des Hohnsensees entlang führt und noch dazu das ganze Jahr über begehbar sein soll: Die Verbindung taucht in einem Vorentwurf für das Projekt „Zukunft Stadtgrün“ auf – neben vielen weiteren Ansätzen, wie sich das Umfeld des Sees verschönern ließe. Unklar ist, ob für den Weg die DLRG-Hütte weichen müsste. Die nennt der Verein zwar unverzichtbar. Er ist aber gesprächsbereit, so lange ein neuer Standort ebenfalls am Hohnsensee liegen würde.

Das Gewässer steht bei Spaziergängern, Joggern und Radfahrern hoch im Kurs. Es lässt sich bislang aber nur teilweise direkt am Ufer umrunden. Vor allem am nördlichen Ende ist wegen des Jo-Bads kein Durchkommen: Wer hier unterwegs ist, muss einen großen Bogen schlagen. Das ginge doch auch anders, meinten bereits vor drei Jahren die Mitglieder des Vereins „Hildesheim blüht auf“: Sie ließen damals auf eigene Kosten ein umfangreiches Verschönerungspaket für den Hohnsensee entwerfen, das gut in der Bevölkerung ankam – und ganz besonders gut der Rundweg.

Jo-Bad-Betreiber auch im Boot

Dieser und etliche weitere „Blüht-auf“-Anregungen sind nun von den Planern aufgegriffen worden, die für die Stadt das Vorhaben „Zukunft Stadtgrün“ begleiten. Dessen Gerüst soll bis zum Sommer stehen, „dann beginnen die Diskussionen, was wir ab 2020 konkret machen wollen“, sagt Stadtbaurätin Andrea Döring. Schließlich ließen sich die vier Millionen Euro, die für das gesamte Projekt zur Verfügung stehen, schon allein am Hohnsen ausgeben – weshalb auch noch nicht abzusehen sei, ob der Rundweg wirklich komme. Döring selbst findet die Idee gut („es ist attraktiv, am Wasser zu gehen“). In der Projektgruppe, die „Zukunft Stadtgrün“ begleitet, ist der Weg ebenfalls prima angekommen. „Ich fände es schön, wenn es uns gelänge, ihn zu verwirklichen“, sagt SPD-Politiker Detlef Hansen, der den Stadtentwicklungsausschuss leitet. Auch Jo-Bad-Betreiber Matthias Mehler wäre im Boot. Zwar sei dann eine räumliche Trennung zum Jo-Bad nötig. „Aber das ist machbar.“

Nach den Vorstellungen der Planer würde der neue Weg unmittelbar vor der DLRG-Hütte am Westufer beginnen. Was dies für die Unterkunft der Lebensretter bedeuten würde, ist noch ungewiss: Für Döring ist die Frage „völlig ergebnisoffen“, es gebe für die DLRG keinen Grund zur Sorge. Gleichwohl ist Ortsgruppen-Vorstandsmitglied Claas Schindler auf der Hut. Denn anders als Bad-Betreiber Mehler hat ihn die Stadt nicht in die Projektgruppe eingeladen: „Wir würden schon gern wissen, was da passiert“, sagt Schindler. Die Hütte sei für den Wachdienst und die Rettungsschwimmer-Ausbildung wichtig, sie könnte allerdings auch an einer anderen Stelle des Sees stehen. Klingt so, als müsste der Rundweg zumindest daran nicht scheitern.