Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Gemeinde Lamspringe sagt Ja zur Bücherei

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 30.03.2019.

Durch Kloster-Umbau erst auf dem Prüfstand – nun soll sie langfristig bleiben

Von Thomas Wedig

Lamspringe. Der Klosterflügel, in dem die Lamspringer Bücherei untergebracht war, wird wie berichtet umgebaut und saniert. Für die Verantwortlichen in der Gemeinde war das auch ein Anlass, generell über die Zukunft der Einrichtung nachzudenken. In Zeiten von Internet, E-Books und anderen neuen Medien – ist eine Bibliothek alter Schule mit Büchern zum Anfassen nicht etwas von gestern? Nein, war am Donnerstagabend die klare Antwort von Bürgermeister Andreas Humbert, als er die neuen Bücherei-Ausweichräume für die voraussichtlich dreijährige Bauphase eröffnete.

„Wir haben uns in der Gemeinde ganz bewusst entschieden, die Bücherei weiterzuführen“, sagte er. Das gelte auch für die Zeit nach der Sanierung – auch wenn noch nicht feststeht, wo die Bücherei dann längerfristig untergebracht wird. Zwar sei eine Bücherei eine freiwillige Leistung und ein Zuschussgeschäft, in das die Gemeinde pro Jahr einen fünfstelligen Betrag investiere, gab Humbert zu bedenken. Die Bücherei habe aber auch einen wichtigen Bildungsauftrag, sagte der Bürgermeister. Und das Lamspringer Kloster sei mit seiner Geschichte ein besonders inspirierender Raum für eine solche Einrichtung. Überhaupt, hat der Bürgermeister festgestellt, seien Büchereien überhaupt nicht „out“: „Die Uni-Bibliotheken sind heute voller denn je.“

Die Lamspringer Bücherei feiert in diesem Jahr ein kleines Jubiläum: Sie besteht seit 40 Jahren – und wird seit 16 Jahren von Birgit Meier geleitet. Sie nutzte den Umbruch und den Umzug in die Interimsräume, um den Bestand unter die Lupe zu nehmen und Bücher auszusortieren, die nicht mehr so gefragt sind. „Winnetou“, nennt sie als Beispiel, „der wird kaum noch gelesen.“

So waren Werke über den berühmten Indianer, der früheren Generationen noch präsenter war, Kandidaten für eine Bücherkiste im Waldbad. Dort konnte sich jeder Interessierte schon im Sommer bedienen. „Die Badegäste waren begeistert“, berichtet Meier. Übrig geblieben sind rund 4000 Bücher und andere Medien, der Bestand soll aber stetig weiter aufgestockt werden.

Die Leiterin öffnet die Bücherei nicht nur regelmäßig dienstags und donnerstags von 15.30 bis 17 Uhr, sondern außerhalb dieser Zeiten auch oft für Besucher von Gruppen aus Kindergärten und Schulen. Die Pädagogen nehmen das Angebot gern in Anspruch. „Gaaanz viel wert“ seien Bücher für Kinder, bekräftigte eine Lehrerin, die am Donnerstag zu der kleinen Feierstunde kam – gerade in Zeiten von Smartphone und Co.

Für das Jubiläumsjahr hat Birgit Meier einige Pläne. So will sie einen Gesprächskreis anbieten, in dem sich Interessierte über ihre Lektüre austauschen können. Auch eine Lesung ist geplant, Näheres steht aber noch nicht fest.