Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Geplantes Reittherapiezentrum stößt auch auf Kritik

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 03.04.2019.

Nachbarn fühlen sich schlecht informiert / Lamspringer Gemeindebürgermeister sieht in den Plänen „große Chance“

Von Achim Neubert

Lamspringe. Das geplante Reittherapiezentrum der Lammetal GmbH ist das beherrschende Thema in der Lamspringer Ortsratssitzung am Montagabend gewesen. Es soll mit Ställen, Scheunen und Reitanlagen am Ortsausgang in Richtung Glashütte gebaut werden. Dazu sind Wohnungen für Betriebsleiter und Mitarbeiter sowie Gastronomie und Schulungsräume vorgesehen. In einem späteren Ausbauschritt könnten auch Ferienhäuser für die Familien der Nutzer dazukommen. „Außerdem plant unser Gesellschafter, die Lebenshilfe Alfeld, auf dem Gelände die Errichtung und den Betrieb eines Kindergartens mit integrativen sowie heilpädagogischen Gruppen“ – so heißt es in einem Schreiben an die Verwaltung. Um das Großprojekt zu realisieren, muss der Flächennutzungsplan im Bereich „Kleberkamp“ geändert werden. „Erst dann kann die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Grundstücke zwischen Lamme und Landesstraße 466 erfolgen“, so teilte Ortsbürgermeister Christian Krending mit. Die Flurstücke gehören der Klosterkammer Hannover, die den Plänen nach Aussage der Lammetal GmbH positiv gegenüber stehen soll.

Anders sehen es die möglichen neuen Nachbarn der Anlage. In der Einwohnerfragestunde machten Andreas Kaether und Stefan Weise, Inhaber der gleichnamigen Tischlerei, aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl. Sie haben von dem Vorhaben nur als Gerücht gehört, offiziell habe niemand mit ihnen gesprochen. „Seit 20 Jahren sind wir hier ansässig, die Lebenshilfe hätte sich durchaus einmal melden können“, kritisierte Kaether. Weise verdeutlichte, dass wegen der unsicheren Ausgangslage erst einmal alle vorgesehenen Investitionen gestoppt seien. „Ich kann als Unternehmer nicht viel Geld ausgeben, wenn ich nicht weiß, wie sich das Bauvorhaben auf unsere Firma und somit auf uns und unsere 19 Mitarbeiter auswirkt.“ Im Übrigen sei auch der Nachbar-Reitverein Flenithigau in Sorge wegen des zu erwartenden ansteigenden Verkehrs, ergänzte Kaether. Gemeindebürgermeister Andreas Humbert nannte die Lammetal-Pläne eine „große Chance für die Entwicklung Lamspringes“, insbesondere mit Blick auf den möglichen Bau eines Kindergartens, zeigte aber auch Verständnis für die Sorgen des „Lamspringer Vorzeigebetriebs Kaether und Weise“. Er schlug ein gemeinsames Gespräch zwischen Lammetal GmbH, Verwaltung, Politik und betroffenen Nachbarn vor.

Auf Drängen der stellvertretenden Ortsbürgermeisterin Gitta Reckzeh soll dieses Treffen noch vor der Ratssitzung am Donnerstag, 25. April, stattfinden – erst dann entscheidet das Gremium über die neuen Pläne.