Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Gloriana ist wieder da

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 09.04.2019.

Gloria Goldsworthy eröffnet ihren Kunsthof in Wallenstedt zum 1. Mai neu – nachdem sie aus gesundheitlichen Gründen eigentlich längst damit abgeschlossen hatte

Von Tarek Abu Ajamieh

Wallenstedt. .

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Doch ohne die Original-Gloriana lief der gleichnamige Kunsthof nicht so. Ende vergangenen Jahres gaben die beiden Pächter schließlich auf. Und in Gloria Goldsworthy keimte eine Idee auf: „Ich stand um den Jahreswechsel in dem leeren Saal des Cafés und dachte mir: „Was könnte man hier wieder machen? Ich fühlte mich wieder fit und voller Tatendrang.“ Genug Tatendrang, um zu beschließen, der Geschichte ein Schnippchen zu schlagen und den Kunsthof Gloriana wieder aufleben zu lassen. Ein bisschen so, als hätte es die Unterbrechung nie gegeben.

Drei Monate lang wurde mit Freunden und Helfern gebohrt, gehämmert, gestrichen und geschleppt, arrangiert, dekoriert und neu platziert. Nun sieht das Café ganz anders aus als früher und doch irgendwie genauso: Auf den Tischen finden sich schmucke alte Bestecke, drumherum Möbel von antiquarischem Wert, an den Wänden alte Gemälde. Doch eine Neuerung sticht schnell ins Auge: „Ich hatte schon lange den Traum, eine Bühne zu bauen, damit die Künstler bei Veranstaltungen etwas höher platziert sind.“ Diese Bühne gibt es nun, darauf steht der altbekannte Flügel und wartet auf Pianistenhände.

Lange soll er nicht mehr warten müssen. Vom 1. Mai an will Gloria Goldsworthy sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr öffnen, dazu soll es Konzerte, Lesungen und Ausstellungen geben. Die Wallenstedterin plant zudem Benefiz-Veranstaltungen mit Vereinen und Verbänden, will den Saal auch wie früher für Veranstaltungen und Familienfeiern vermieten. Und darüber hinaus zur Anlaufstelle für Menschen machen, die Möbel, Gemälde und steinerne Kunstwerke restaurieren lassen wollen: „Ich habe kompetente Partner.“

Außerdem nimmt sie Antiquitäten in Kommission und widmet sich damit wieder ihrem ursprünglichen Geschäft: Goldsworthy, die in England unter anderem für Sothebys arbeitete, war 1978 nach Hildesheim gekommen und hatte in der Bahnhofsallee ein Antiquariat eröffnet, ehe sie nach Wallenstedt zog und half, den Ort bekannt zu machen.

Wer Gloria Goldsworthy dieser Tage erlebt, hat den Eindruck, sie habe nur ein Problem: dass noch nicht der 1. Mai ist. Doch ganz so ist es nicht, gesteht die 72-Jährige: „Die kleine Pause bis dahin tut mir ganz gut. Aber dann geht’s richtig los!“