Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Grizzlys in der 1. Liga – diesmal länger?

Veröffentlicht von Andreas Kreth am 11.10.2018.

Hildesheim/Giesen - Das wird ein hammerharter Auftakt. Denn Erstliga-Aufsteiger Helios Grizzlys Giesen empfängt in seinen ersten beiden Heimspielen mit den Berlin Recycling Volleys an diesem Sonnabend (13. Oktober) und dem VfB Friedrichshafen am Reformationstag (31. Oktober) die Crème de la Crème des Deutschen Volleyballs in der Hildesheimer Volksbank-Arena. „Für uns die leichtesten Spiele, denn da haben wir nichts zu verlieren“, sagt Trainer Itamar Stein. Höchstens die turmhoch favorisierten Gäste könnten sich blamieren.

In der Tat erwartet niemand, dass der Klassenneuling ausgerechnet gegen die beiden Topteams etwas holt. Berlin kommt als amtierender Deutscher Meister vorbei, Friedrichshafen als Vizemeister. Der Rekordmeister vom Bodensee hatte die Punktrunde ohne jeglichen Punktverlust gespielt, wurde dann im Playoff aber noch von Berlin überholt.

Es gibt noch Tickets

Der Vorverkauf für die ersten beiden Heimspiele der Grizzlys ist sehr gut angelaufen. Am Sonnabend gegen Berlin wird der VIP-Raum ziemlich voll werden, für das Feiertagsspiel gegen Friedrichshafen wurden insbesondere von Volleyballern aus der Region schon viele normale Tickets gekauft. Denn an dem Tag wird nicht parallel in ihren Ligen gespielt.

Es wird an beiden Spieltagen sehr voll werden in der Volksbank-Arena, Karten sind aber auf jeden Fall noch am Eingang der Halle zu haben. Mit wie vielen Zuschauern wird gerechnet? „Zahlen kann ich leider noch nicht nennen, denn ich habe noch keine Rückmeldungen aus den anderen Vorverkaufsstellen“, sagt Vanessa Persson. Sie ist für Marketing und Unternehmensentwicklung der Grizzlys zuständig.

Die hauptberufliche Managerin ist eine der Neuerungen, die von den Giesenern im Wege einer deutlichen Professionalisierung der Strukturen eingeführt wurden. Seit 2015, als die Volleyballer mit der Vision 2020 ihre Etappenziele in Richtung 1. Liga abgesteckt haben, hat sich bei ihnen viel getan. Sie haben mit der Hildesheimer Arena eine erstligataugliche Halle, eine Geschäftsstelle, trainieren zweimal täglich und haben bei Marketing, Corporate Identity und Hallentechnik externe Agenturen und Firmen zur Seite.

Zuschauer reiben sich die Augen

In den vergangenen Spielzeiten haben die Grizzlys ihre Mannschaft kontinuierlich verstärkt. Und das so gut, dass der eigentlich erst für 2020 angepeilte Aufstieg bereits jetzt klappte. Für die 1. Liga wurden sieben neue Spieler geholt, bis hin zum WM-Teilnehmer Urban Toman. Acht bewährte Akteure blieben an Bord. Das alles zeigt, dass sich insbesondere in den vergangenen zwei Jahren bei den Giesenern viel getan hat.

Exakt vor zehn Jahren waren die Volleyballer schon einmal in die 1. Liga aufgestiegen. Damals hießen sie nach einem Zusammenschluss mit dem MTV 48 Hildesheim noch TSV Giesen/48 Hildesheim. Zum Heimspiel gegen Friedrichshafen kamen 2100 Zuschauer in die Halle 39 und rieben sich die Augen, als die Heimmannschaft sogar den dritten Satz mit 26:24 gewann. Ob die Grizzlys eine ähnliche Überraschung schaffen?

Die Giesener haben in den vergangenen Jahren konsequent auf die 1. Liga hin gearbeitet und sich in allen Bereichen immer professioneller aufgestellt. Ihre Chancen sind diesmal deutlich besser als vor zehn Jahren, sich im Oberhaus zu etablieren.