Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Hier entsteht eine neue Galerie

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 18.04.2019.

Hildesheim - Noch sind die vier Meter hohen Fenster blickdicht mit Packpapier abgeklebt, so dass von außen niemand hineinschauen kann. Doch bald soll es in der Altpetristraße richtig viel zu sehen geben. Eine Galerie entsteht hier – „aber eine, die nicht nur Bilder und Objekte ausstellt, sondern gleichzeitig auch als Veranstaltungsraum zu mieten ist“, wie Inhaber Markus Böger sagt.

Zwei Räume, der eine etwas größer, der andere etwas kleiner, sind durch eine Schiebetür verbunden. „Insgesamt umfassen die etwa 300 Quadratmeter“, sagt Böger. Beide hat er im hinteren Bereich mit Oberlichtern ausgestattet: Durch große Öffnungen in der Decke fällt Tageslicht. Außerdem gibt es eine Küche, eine Theke, eine Garderobe, eine Wendeltreppe aus Stahl. Alles im Stil alter Fabriklofts.

Kunst, Seminare und Veranstaltungen

„Das Ganze hat noch keinen Namen“, sagt Böger. „Ich hab noch keinen gefunden, der wirklich transportiert, was das hier alles sein soll.“ Nämlich erstens: ein Raum für die Kunst. Auf den weißen Wänden stellt sich Böger vor allem Fotografien vor, aber auch Zeichnungen und Gemälde. „Eben die Arbeiten regionaler Künstler.“ Umgekehrt könnten aber auch Fotografen den Raum als Atelier mieten.

Zweitens: ein Raum für Seminare. „Wenn ich nicht gerade Musik anhabe, ist es hier vollkommen still“, sagt Böger. „Den Verkehr hört man gar nicht, dennoch ist man mitten in der Stadt, mit allen Geschäften und Anbindungen.“

Und drittens ein Raum für Veranstaltungen. „Da ist zum einen die Möglichkeit, beide Räume zusammen zu nutzen oder nur einen. Und zum anderen ist man hier nicht wie in Hotels oder Restaurants an ein bestimmtes Catering gebunden, sondern kann beauftragen, wen man will.“

Ein Raum für viele Ideen

Aus diesen drei Komponenten also soll das bestehen, was im Moment noch „Altpetrikontor“ heißt. So, sagt Böger, wolle er den Umbau des Gebäudes und der Fassade refinanzieren. Der selbstständige Projektentwickler für Immobilien ist optimistisch, dass sein Plan aufgeht: „Wir leben in einer Welt des Teilens. Wir teilen uns Autos und Wohnungen, Reisekosten und Essen, also warum nicht auch Raum für Ideen?“

Kaum noch jemand wolle und könne heutzutage noch einen Mietvertrag über fünf Jahre für ein Geschäft unterschreiben. „Gerade, wenn jemand noch am Anfang steht und noch gar nicht weiß, ob seine Idee wirklich dauerhaft funktioniert.“

Zeitgemäß sei es hingegen, einen Ort zum Arbeiten, für Konferenzen oder Präsentationen zu haben, den man dann aber wieder verlassen kann, um sich neuen Dingen zuzuwenden. „So bleiben Menschen mit Ideen flexibel und die Stadt lebendig“, sagt Böger. „Weil immer wieder Neues entsteht.“ Nach dem siebenmonatigen Umbau soll es im Sommer losgehen.